Ob Jassen oder Skat, Vorarlberger sind dabei

Kultur / 14.02.2017 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeiter auf der Bregenzer Seebühne verdeutlichen auch die Dimension: Gestern erhielt die erste „Carmen“-Hand Finger. Fotos: VN/Steurer
Arbeiter auf der Bregenzer Seebühne verdeutlichen auch die Dimension: Gestern erhielt die erste „Carmen“-Hand Finger. Fotos: VN/Steurer

Stahlbaufirmen aus dem Bregenzerwald und dem Oberland unterstützen das Kartenspiel der „Carmen“.

Bregenz. (VN-cd) Eine Hand ragt bereits aus dem Wasser, die zweite soll spätestens im April nicht nur sichtbar, sondern noch höher sein und verdeutlichen, dass sich der dänische Regisseur Kasper Holten und die britische Ausstatterin Es Devlin beim Kreieren des Bühnenbildes für Bizets Oper „Carmen“ auf dem See auf eine bestimmte Szene konzentriert haben. Im dritten Akt befragen Carmen, Mercédès und Frasquita die Karten, die der Titelheldin und ihrem Don José nichts Gutes verheißen. Es ist wohl der Moment, an dem sie das Unheil verkündende Blatt wegschmeißt, den die zentrale Skulptur darstellt, deren Entstehung Passanten miterleben können.

Am 19. Juli findet die Premiere der neuen Seebühnenproduktion statt, bis Ende April will man das Bühnenbild für die 1875 uraufgeführte Oper mehr oder weniger fertiggestellt haben, die die 1946 gegründeten Bregenzer Festspiele nun zum dritten Mal im Programm haben. Nachdem Toni Businger im Jahr 1974 spanisches Kolorit auf den See brachte, ließ Michel Lebois 1991 eine Felsen-Arena bauen, für die ein Abdruck einer Wand im Schweizer Grimselpass-Areal genommen wurde. Bei Es Devlin erinnert vorerst nicht viel an die üblichen Schmuggler- oder Stierkampfszenen.

Stahlbaufirmen

Die beiden Hände sind 17 bis 20 Meter hoch und haben ein Innenleben, für das Stahlbauer aus Vorarlberg verantwortlich sind, und zwar die Firmen Steurer aus Doren sowie Vonbank und Witwer aus Nüziders. Involviert sind zudem die Firma Geiger-Technik aus Nenzing sowie mehrere Vorarlberger Ingenieurbüros. Rund 90 Prozent der Aufträge gingen an Unternehmen in der Region, konnte Festspiel-Sprecher Axel Renner den VN bestätigen. Die Kascheure kommen unter anderem aus Berlin.

Übrigens: In der Bühnenmitte befindet sich ein Gerüst, das mit jenen Spielkarten verbunden ist, die bereits an der Wasseroberfläche schwimmen. Es ist jener Unterbau, der die Bewegung von größeren Bühnenteilen während der Aufführung möglich macht. Die Wandlungsfähigkeit, die die Seebühne längst auszeichnet, wird auch hier gegeben sein. Und eines steht auch fest: Ob Jassen oder Skat, die verwendeten Kartenmotive sind keine Fantasiegebilde, die meisten der knapp 200.000 Besucher, die man im ersten „Carmen“-Jahr erwartet (die Produktion wird 2018 wiederaufgenommen), werden sie kennen.