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Sammlung Essl wandert für Jahre in die Albertina

Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder mit Karlheinz Essl.

Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder mit Karlheinz Essl.

Für das vorläufige Ende einer Verhandlung um österreichische Kunst zahlt der Bund jährlich 1,1 Millionen Euro.

Wien. Die Albertina Wien übernimmt die Sammlung Essl als Dauerleihgabe, vorerst bis 2044. Dies haben Bundesminister Thomas Drozda (SPÖ), Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder sowie Sammlungsgründer Karlheinz Essl bekannt gegeben. „Mit dieser zukunftsweisenden Kooperation ist die Sammlung Essl für Österreich gesichert“, erklärte Drozda und sprach von einem Gewinn für die Kunst und für die Republik Österreich. Das Bundeskanzleramt sichert mit einer Million Euro die Finanzierung für die Übernahme der Sammlung, die vor allem österreichische Kunst nach 1945 enthält, durch die Albertina. In den weiteren Jahren steuert der Bund jeweils 1,1 Millionen bei. Im Gegenzug übernimmt die Albertina die Verpflichtung, die Sammlung konservatorisch optimal zu verwahren, angemessen zu zeigen und wissenschaftlich weiter zu bearbeiten. Während die eine Million für 2017 aus dem laufenden Budget stammt, muss die geplante Zuwendung von jährlich 1,1 Millionen Euro in die kommenden Budgetverhandlungen eingebracht werden. In Folge erfordert diese Erhöhung der Basisabgeltung eine Novelle des Bundesmuseengesetzes. Bisher erhielt die Albertina eine jährliche Subvention von 7.746.500 Euro.

Museumsnutzung offen

Erfreut über diese Entwicklung zeigte sich Karlheinz Essl, der in der Albertina einen „idealen Partner für die Zukunft der Sammlung“, die ein „kulturelles Erbe“ darstelle, sieht. Von einem „großen Baustein“ sprach Schröder. Zum vorgesehenen eigenen Standort – das Künstlerhaus in Wien – verwies Schröder auf laufende Vorbereitungen, hielt sich aber bedeckt über Eröffnungstermin und Details. Die Sammlung Essl war im Jahr 2014 akut in ihrer Existenz bedroht gewesen, da Karlheinz Essls Unternehmen bauMax ins Trudeln geraten war. Nachdem eine Übernahme durch den Bund nicht zustande gekommen war, sprang der Industrielle Hans Peter Haselsteiner ein und sicherte die Sammlung durch eine Überführung in eine neue Besitzgesellschaft, an der seine Familienstiftung 60 Prozent hält.

Seit der Schließung des 1999 eröffneten Essl Museums in Klosterneuburg im Juli 2016 sind die Werke aus der Öffentlichkeit verschwunden. Die Sammlung soll zudem auch anderen Museen zur Verfügung stehen. So sei in Florenz eine Maria-Lassnig-Ausstellung geplant, kündigte Schröder an. Drozda zeigte sich grundsätzlich interessiert an einer Wiederbelebung des Museums in Klosterneuburg, doch sei dies eine Frage der Finanzierung.

Kritisiert wird die Entscheidung vom Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl. Bis zum Jahre 2044 zahle die Republik 30 Millionen für die Werke, die dann wieder an die Eigentümer-Familien zurückgehen, resümierte er in einer Aussendung.

<p class="caption">Der Dürer-Hase aus der Albertina war bei der letzten Ausstellung im Essl Museum im Sommer 2016 jedenfalls schon zu sehen. Fotos: APA</p>

Der Dürer-Hase aus der Albertina war bei der letzten Ausstellung im Essl Museum im Sommer 2016 jedenfalls schon zu sehen. Fotos: APA

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