Österreicher holt Silbernen Bären

Kultur / 19.02.2017 • 19:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Georg Friedrich spielt auch in Josef Haders „Wilde Maus“ mit. Foto: AP
Georg Friedrich spielt auch in Josef Haders „Wilde Maus“ mit. Foto: AP

Ungarisches Drama gewinnt Goldenen Bären, Georg Friedrich ist bester Schauspieler.

Berlin. „Körper und Seele“ hat den Hauptpreis des 67. Filmfestivals Berlinale gewonnen. Regisseurin Ildiko Enyedi erzählt von zwei Angestellten in einem Budapester Schlachthof, die ihre Gefühle füreinander entdecken. Den Silbernen Bären für den besten Schauspieler erhielt der 50-jährige Österreicher Georg Friedrich für „Helle Nächte“. Friedrich spielt in dem Vater-Sohn-Drama des deutschen Regisseurs Thomas Arslan einen geschiedenen Vater, der auf einer Norwegen-Reise wieder Nähe zu seinem 14-jährigen Sohn aufbauen will.

In zwei Filmen

Der Darsteller war bei der Berlinale in gleich zwei Filmen am Start: Neben „Helle Nächte“ wirkte er auch in Josef Haders Regiedebüt „Wilde Maus“ mit, das in den Hauptwettbewerb kam, dort allerdings leer ausging. Bei der Preisverleihung kam Friedrich, der unter anderem mit Michael Haneke, Barbara Albert, Ulrich Seidl und Michael Glawogger drehte, lässig mit Basecap auf die Bühne. Vor der Dankesrede klebte er erst einmal seinen Kaugummi auf die Tatze „seines“ Bären. „Ich wollte den Preis dadurch nicht schmälern, ich wollte mich eher mit ihm anfreunden“, meinte der Schauspieler später. Denn vor 13 Jahren war er auf der Berlinale zu einem der europäischen Shooting Stars 2004 gewählt worden. Nach der Bären-Ehre dürfte es für Friedrich, der sich in den letzten Jahren an der Volksbühne Berlin auch einen Namen als Theaterschauspieler gemacht hat, kaum Beschäftigungsprobleme geben.

Die Trophäe als beste Schauspielerin nahm die 34-jährige Südkoreanerin Kim Min-hee entgegen. Sie spielt in „On the Beach at Night Alone“ eine erfolgreiche Filmschauspielerin, die nach einer Affäre mit ihrem verheirateten Regisseur in eine Sinnkrise gerät. Die Jury stärkte mit ihrer Vergabe des Goldenen Bären auch die in der Filmwelt noch unterrepräsentierten Frauen. Zuletzt hatte im Jahr 2009 eine Regisseurin gewonnen.

Berlinale-Preise

» Goldener Bär: „Körper und Seele“ von Ildikó Enyedi (Ungarn)

» Silberner Bär, großer Preis der Jury: „Félicité“ von Alain Gomis (Frankreich)

» Silberner Bär für die Regie: „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki (Finnland)

» Silberner Bär für die Darstellerin: Kim Min-hee in „On the Beach at Night Alone“ von Hong Sang-soo (Südkorea)

» Silberner Bär für den Darsteller: Georg Friedrich in „Helle Nächte“ von Thomas Arslan (Deutschland)

» Silberner Bär für die künstlerische Leistung: Dana Bunescu für den Schnitt von „Ana, mon amour“ von Calin Peter Netzer (Rumänien)

» Silberner Bär für das Drehbuch: Sebastián Lelio und Gonzalo Maza für „A Fantastic Woman“ („Una Mujer Fantástica“) von Sebastián Lelio (Chile)

» Bester Erstlingsfilm: „Summer 1993“ von Carla Simón (Spanien/Katalanien)

» Goldener Bär für den Kurzfilm: „Kleine Stadt“ von Diogo Costa Amarante (Portugal)

» Silberner Bär für den Kurzfilm: „Träumerei in der Prärie“ von Esteban Arrangoiz Julien (Mexiko)

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