Grenzen zwischen normal und verrückt

Kultur / 24.02.2017 • 20:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Grenzen zwischen normal und verrückt

Roman. Ein „Schloss am Grund der Welt, das eigentlich ein Gefängnis ist“ nennt Sara Stridsberg den Schauplatz ihres neuen Romans „Das große Herz“. Die Heilanstalt Beckomberga ist für die hier Gelandeten Abstellgleis und meistens Endstation, aber auch der dringlichst benötigte Ort zum Austoben.

Die Schwedin lässt eine 14-Jährige von den Besuchen bei ihrem Vater Jim in dieser klassischen „Klapsmühle“ früherer Zeiten erzählen. Sein Wahnsinn, ein Cocktail aus Alkohol, Charme und immer knapp vor dem Selbstmord haben ihn zum Dauerinsassen gemacht. Tochter Jackie ist eine selbstbewusste, eigensinnige und nüchterne Ich-Erzählerin, auch wenn es um den noch wahnsinnigeren Paul geht. Der Chefpsychiater nimmt Jim auf heimliche Barbesuche nach Stockholm mit. Seit vergangenem Jahr entscheidet Sara Stridsberg als Mitglied in der Schwedischen Akademie mit über den Literaturnobelpreis. Hoffentlich hält sie das viele Lesen nicht zu sehr vom Schreiben ab.

Sara Stridsberg:
„Das große Herz“.
Hanser Verlag, 320 Seiten.

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