Neben Pop und Poolbar gibt es ja noch den Text

Kultur / 24.02.2017 • 18:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Theaterleiter Stephan Kasimir und Caro Stark. Foto: VN
Theaterleiter Stephan Kasimir und Caro Stark. Foto: VN

Das junge „Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung“ macht weiter und offeriert heuer zwei Stücke.

Dornbirn. (VN-cd) In Dornbirn gibt es Jazz, diverse offene Kulturplattformen, den Spielboden, die Fachhochschule, Clubs und Szenelokale und seit dem Vorjahr auch eine junge Theatertruppe, nämlich das „Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung“. Als Konkurrent des Theaters Wagabunt tritt man dabei keineswegs auf. Stephan Kasimir sowie Caro Stark haben an dieser Bühne bereits gearbeitet, der Regisseur und die Ausstatterin sind auch am Bregenzer Theater Kosmos tätig, wo Kasimir etwa den Dramatikernachwuchs mit hervorragendem Ergebnis fördert. Ein eigenes Ensemble zu gründen und dieses auch in Dornbirn zu etablieren, schien den Künstlern, die die Theaterszene in der Region bestens kennen, wichtig.

Dass das Publikum das auch so sieht, wurde mit guten Besucherzahlen bei der Debütproduktion „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz bestätigt. Diesen Autor hat man auch heuer im Programm. Mehr noch, 2017 will man zwei Produktionen realisieren. Das Land Vorarlberg zieht mit einer Subvention in der Höhe von 40.000 Euro mit, bei der Stadt Dornbirn wurde um Förderung angesucht, auch der Bund bekundete die Förderungswürdigkeit der Projekte, wenn es auch nur 4000 Euro sind, die man von Wien nach Vorarlberg überweist.

„Theater darf berühren“

Das Geld ist gut angelegt. Das Ensemble versteht sich, so Kasimir, als Autorentheater, das nach Schriftstellern Ausschau hält, die etwas Spezielles anzubieten haben. Bei der Deutschen Anne Lepper, deren Stück „Käthe Hermann“ erstmals in Österreich zu sehen ist, wurde man fündig. Es geht um Familienmitglieder, die Illusionen über die eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft produzieren. „Ich finde es nicht konservativ, wenn man vom Theater verlangt, dass es berührt“, erklärt Caro Stark ihre Sichtweise.

Das junge Publikum ziehe mit. Man spreche vor allem auch jene an, die Konzerte oder die Poolbar konfrontieren und die Auseinandersetzung mit Literatur nun in der Freizeitplanung berücksichtigen. Im Herbst schließt man mit „Die lächerliche Finsternis“ an das erste Stück von Lotz an. Es führt, wie jene wissen, die die Produktion am Wiener Burgtheater gesehen haben, in ein Krisengebiet und behandelt das Ringen um Orientierung.

Mit „Einige Nachrichten an das All“ absolvierte das Ensemble einen nachhaltigen Einstieg. Foto: VN/Hartinger
Mit „Einige Nachrichten an das All“ absolvierte das Ensemble einen nachhaltigen Einstieg. Foto: VN/Hartinger

Die österreichische Erstaufführung von „Käthe Hermann“ von Anne Lepper findet am 3. Mai im Kulturhaus Dornbirn statt.

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