Scorsese fordert Zuschauer heraus

Kultur / 28.02.2017 • 18:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Oscarpreisträger Martin Scorsese begibt sich auf stille, aber brutale Glaubensreise.

Drama. Es ist ein lang gehegtes Herzensprojekt, das Regisseur Martin Scorsese (74, “The Departed: Unter Feinden”) seit mehr als 20 Jahren verfolgt: “Silence” führt zurück in das Jahr 1638, als zwei junge Jesuitenpater von Portugal aus die gefährliche Reise in das vom Westen abgeschottete Japan antreten. Dort soll ihr früherer Mentor und Kirchenlehrer Cristovao Ferreira, gespielt von Liam Neeson, vom Glauben abgefallen sein. Es sind völlig neue Rollen für “Spider-Man”-Darsteller Andrew Garfield und “Star Wars”-Star Adam Driver, die sich nun als Missionare auf ein gefährliches, entbehrungsreiches Abenteuer einlassen.

Auch für die Zuschauer ist das kein Spaß. Auf über zweieinhalb Stunden Länge führt Scorsese die brutale Unterdrückung der christlichen Minderheit durch die japanischen Machthaber vor Augen. Sie sind unmenschlichen Entbehrungen und schlimmsten Foltermethoden ausgesetzt. Die bedrängten Pater stellen dabei immer wieder die Frage, wie Gott zu so viel Leid schweigen kann. Auch Martin Scorsese stellt sich nach eigenem Bekunden tiefgründige Glaubensfragen. “Wo kann ich den Sinn der Existenz und den Sinn des Lebens finden? Für mich ist es das Christentum”, sagte der Regisseur kürzlich, als er “Silence” am theologischen Fuller-Seminary im kalifornischen Pasadena vorstellte.

„Silence“ von Martin Scorsese läuft ab 2. März in den
österreichischen Kinos an.

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