Südpol als angeblich idealer Ausstellungsort

20.03.2017 • 21:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unter der Schirmherrschaft der Unesco hat die erste Antarktis-Biennale begonnen.

Ushuaia. Fast hundert Künstler, Architekten, Wissenschafter, Technologievisionäre und Philosophen aus der ganzen Welt stachen am Wochenende in der südargentinischen Hafenstadt Ushuaia in See. Die multidisziplinäre Kunstexpedition an Bord des russischen Forschungsschiffs „Akademik Sergey Vavilov“, die auch vom österreichischen Bundeskanzleramt unterstützt wird, führt die Teilnehmer aus 30 verschiedenen Ländern zwölf Tage lang zur antarktischen Halbinsel. „Laut dem internationalen Antarktisvertrag von 1959 ist die Antarktis ausschließlich für kreative Aktivitäten und wissenschaftliche Forschung im Interesse der Menschheit bestimmt. Deshalb ist es der perfekte Ort, über die Zukunft der Menschheit und auch der Kultur nachzudenken“, erklärte der russische Künstler und Biennale-Leiter Alexander Ponomarev. So werden sich die in der Antarktis geplanten Kunst- und Forschungsprojekte mit verschiedensten Thematiken beschäftigen, vom Klimaschutz bis hin zu gesellschaftlichen und kulturellen Zukunftsmodellen. „Wir wollen einen interkulturellen und interdisziplinären Dialog über die Zukunft gemeinsam benutzter Räume anregen“, so Ponomarev. So befinden sich an Bord neben Künstlern auch Sozialforscher, Geologen bis hin zu Weltraumarchitekten wie die Österreicherin Barbara Imhof.

Später in Museen präsent

Alle kreierten Kunstprojekte werden wieder abgebaut, verladen und anschließend in Museen und Kunstzentren auf der ganzen Welt präsentiert. „Zudem wollen wir eine Auswahl der Werke auf der kommenden Biennale in Venedig in einem Antarktis-Pavillon zeigen“, erklärte Kurator Nadim Samman.