Vitaminstoß für Musicalfreunde

Kultur / 22.03.2017 • 19:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Theater St. Gallen hat als erste deutschsprachige Bühne eine Neuinszenierung von „Tanz der Vampire“ realisiert.  Foto: Theater/Etter
Das Theater St. Gallen hat als erste deutschsprachige Bühne eine Neuinszenierung von „Tanz der Vampire“ realisiert. Foto: Theater/Etter

Das Kultstück „Tanz der Vampire“ kommt erstmals bestens aufgefrischt daher.

St. Gallen. (VN) Es gibt Musicalproduktionen, deren Vermarktung nach Konzepten von Fast-Food-Ketten und Sprudelgetränken funktioniert. An der Rezeptur wird möglichst wenig verändert, damit die Konsumenten überall auf der Welt dasselbe Produkt vor sich haben. Ein derartiges Stück ist „Tanz der Vampire“, mit dem Roman Polanski vor rund 20 Jahren ein für allemal klarstellte, dass sich auch Wien als Musicalstätte bezeichnen darf. Seitdem wurde die Vorlage brav kopiert und möglichst wenig verändert. 

Die Idee ging auf

Das Theater St. Gallen hingegen zeigte Mut. Nachdem man vor einigen Monaten mit „Don Camillo und Peppone“ bereits ein Werk in der Ostschweiz kreierte, das nun in Österreichs Bundeshauptstadt läuft, verpasste man der Vampir-Geschichte um den legendären Grafen von Krolock eine Rundumerneuerung. Und siehe da, die Idee ging auf. Michael Kunze und Jim Steinman zeichnen immer noch für Buch und Musik verantwortlich, Ulrich Wiggers verlieh der Horrorkomödie aber neuen Schwung, vereint die Schloss- und Wirtshausszenen mithilfe seines Bühnenbildners Hans Kudlich in einem Kurhotel und genehmigt sich mit „Twilight“- und „Vampir Diaries“-Postern auch noch einige Ironie. Ein dichtes Spiel in modernen und opulenten Kostümen an mehreren Schauplätzen gleichzeitig lässt sich daraus gewinnen. Das alles funktioniert selbstverständlich nur, wenn entsprechende Sängerschauspieler zur Verfügung stehen. Am St. Galler Theater, an dem jährlich ein bis zwei Musicalprojekte umgesetzt werden, hat man entsprechende Erfahrung. Thomas Borchert trumpft als grandioser Graf auf, Professor Abronsius hat in Sebastian Brandmeir einen idealen Darsteller gefunden und unter den allesamt guten weiblichen Stimmen gefällt am besten jene von Anja Wessel als Rebecca.

Nächste Aufführung am 30. März und zahlreiche weitere: www.theatersc.ch