Für das Verbinden von Heute und Gestern

Kultur / 23.03.2017 • 20:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Literaturpreisträgerin Sarah Rinderer.  Foto: Rinderer
Literaturpreisträgerin Sarah
Rinderer. Foto: Rinderer

Literaturpreis des Landes geht an Sarah Rinderer (23), das Arbeitsstipendium erhält Michael Vögel (40).

Bregenz. Der mit 7000 Euro dotiere Literaturpreis des Landes Vorarlberg geht heuer an Sarah Rinderer. Die in Hard aufgewachsene und heute in Linz lebende Autorin und bildende Künstlerin hat sich mit ihrem Werk „Mutterschrauben“ unter 29 Einreichungen durchgesetzt. Der Hittisauer Autor Michael Vögel bekommt ein Arbeitsstipendium in Höhe von 1500 Euro. Er beeindruckte die Jury mit seinem Text „Im Anfang war das Wort“. Die Preisverleihung durch Kulturlandesrat Christian Bernhard findet am 24. April im Bregenzer Landhaus statt.

29 Einreichungen

Die 29 Einreichungen seien ein Abbild der literarischen Landschaft Vorarlbergs: von experimenteller Lyrik über Kurzgeschichten bis zu klassischen Romankonzepten. In einem anonymisierten Verfahren entschieden die Mitglieder der Kunstkommission Literatur über die Vergabe. Mit der 23-jährigen Harderin Sarah Rinderer erhält eine noch junge Autorin den Preis. Das freut Kulturlandesrat Christian Bernhard besonders: „Die gezielte Unterstützung der nächsten Generation ist für mich ein programmatischer Schwerpunkt. Der Juryentscheid für Sarah Rinderer zeigt, wie stark die junge Literaturszene in Vorarlberg ist.“

Sarah Rinderer, geboren 1994 in Bregenz und aufgewachsen in Hard, lebt und arbeitet heute in Linz. Einige literarische Arbeiten der Studentin der Kulturwissenschaften und der experimentellen Gestaltung sind bereits in Vorarlberg gezeigt worden: im Theater Kosmos und im Theater am Saumarkt. 2015 erhielt Sarah Rinderer das Start-Stipendium des Bundeskanzleramts und das Leistungsstipendium der Kunst­universität Linz.

Großmutter und Enkelin

In dem Gewinnertext „Mutterschrauben“ machen sich Großmutter und Enkelin vor dem Laptop auf eine Reise in die Vergangenheit. Die Geschichte der Großmutter, eine Erinnerung an die Vertreibung aus der Heimat, wird dabei aufgerollt. „Unprätentiös, nachgerade puristisch schafft es ‚Mutterschrauben‘, die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verbinden, um sie in leisen Tönen wieder gegenwärtig werden zu lassen“, so Jurymitglied Barbara Winkler.

Michael Vögel wurde 1977 in Oberstdorf geboren und lebt in Hittisau. 2006 veröffentlichte er den Lyrikband „Bluten und Blüten“. Bei seinem Text „Im Anfang war das Wort“ handelt es sich um ein Fragment aus dem in Arbeit befindlichen Roman „Quasi Jesus“. Mit dem Arbeitsstipendium möchte die Jury Vögel die Chance geben, seine „lustvolle Persiflage auf den Heimatroman – ein Schriftsteller zwischen den Fronten der Dörfler“ weiterzuentwickeln. Der Preis wird seit 1999 verliehen. Bisherige Preisträger sind unter anderem Monika Helfer, Arno Geiger, Verena Roßbacher und Stefan Alfare.