Karten sind gemischt

23.03.2017 • 19:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gerade noch so groß wie ein Knöchelchen ist ein Arbeiter im Vergleich zur nun im Aufbau befindlichen zweiten Carmen-Hand auf dem See.
Gerade noch so groß wie ein Knöchelchen ist ein Arbeiter im Vergleich zur nun im Aufbau befindlichen zweiten Carmen-Hand auf dem See.

Die zweite Hand für das „Carmen“-Bühnenbild auf dem See wurde angeliefert. Sie ist nahezu 20 Meter hoch.

Bregenz. (VN-cd) Frasquita und Mercédès kommen gut davon, denn die Karten verheißen ihnen Liebesglück, Carmen hingegen hat allen Grund, das Blatt, das sie in der Hand hält, entsetzt wegzuwerfen, kündet es doch vom nahenden Unglück. Die Romanfigur, die später zur Titelheldin in einer der beliebtesten Opern der Geschichte wurde, gibt, wie wir wissen, allerdings nicht klein bei und erscheint zum Treffen mit dem einstigen Geliebten Don José. Vor der Arena von Sevilla besiegelt der unbeherrschte Macho mit einer Gewalttat dann auch das eigene, düstere Schicksal.

Symbolkraft

Zum dritten Mal in der Geschichte der Bregenzer Festspiele wird die 1875 uraufgeführte Oper „Carmen“ von Bizet auf dem See inszeniert. 1974 schuf Toni Businger für Regisseur Paul Vasil ein konventionelles südländisches Bild mit mehreren Spielebenen, 1991 ließ Michel Lebois für Jérôme Savary nicht nur eine verschiebbare Arena nachbauen, sondern auch eine Felslandschaft. Nach so viel Naturalismus greifen die britische Künstlerin Es Devlin und der dänische Regisseur Kasper Holten nun wieder zu einer der Handlung innewohnenden Szene, die ihren Zugang zum Stoff charakterisiert. Geht es Holten doch darum, neben allem Spektakel Beweggründe der Frau aufzufächern und auch das Bild einer Zigeunerin in der Literatur wie im Alltag zu thematisieren. In wenigen Wochen ist die Bühne fertiggestellt. Die beiden Hände sind nahezu 20 Meter hoch, die Spielkarten dienen auch als Projektionsflächen und werden von drehbaren Elementen ergänzt.

Die Bühne für die Neuinszenierung der Oper „Carmen“ entwarf die britische Künstlerin Es Devlin.  Fotos: VN/Steurer
Die Bühne für die Neuinszenierung der Oper „Carmen“ entwarf die britische Künstlerin Es Devlin. Fotos: VN/Steurer

Die Premiere der Oper „Carmen“ findet am 19. Juli zur Eröffnung der Bregenzer Festspiele statt.