Kluge Biene Maja trifft Wickie und James Bond

Kultur / 23.03.2017 • 21:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wickie zeigt, wie rasch diese Show Fahrt aufnimmt.
Wickie zeigt, wie rasch diese Show Fahrt aufnimmt.

Schulische Musical­produktion kommt mit 150 Mitwirkenden richtig groß daher.

Christa Dietrich

Rankweil. Zu Beginn darf man gleich einmal schmunzeln, eröffnet die Musikschule Rankweil-Vorderland ihre aktuelle „Sing and Dance“-Produktion doch mit einem Schmuse-Song aus einer James-Bond-Produktion der 1970er-Jahre. Was für ein nicht ganz jugendfreies Treiben des Doppelnull-Agenten da mit der fülligen Marvin-Hamlisch-Melodie untermalt wird, dürfte den Programmverantwortlichen egal gewesen sein, im Verlauf der etwa eineinhalbstündigen Produktion wird mit weiteren Film-Medleys, die Pippi Langstrumpf, die Biene Maja, den Bären aus dem „Dschungelbuch“, „Sister Act“ oder Wickie  miteinschließen, eine enorme Genre-Vielfalt entfacht. Alt und Jung mögen ohnehin nicht nur Rührseliges sehen und hören und wenn eine Bildungsinstitution einen derartigen Aufwand auf sich nimmt, dann soll erstens gezeigt werden, wozu man in der Lage ist, zweitens dürfen die Arrangements und Choreografien nicht nur bunt, sondern durchaus überraschend sein, und drittens ist der Faktor Unterhaltung nicht zu vernachlässigen.

Mit Konzentration dabei

Als Zuseher, als die wir uns in eine vor den öffentlichen Darbietungen angebotene Schulaufführung schleichen durften, wurden wir jedenfalls in allen drei Punkten gut bedient. Begeisterung hat sich dabei nicht nur ob der Darbietungen von jungen Sängern und Tänzern auf der Bühne eingestellt, sondern auch angesichts der Tatsache, dass die Schüler verschiedenen Alters, die die Publikumsreihen des Vinomnasaals gefüllt hatten, mit großer Konzentration und sichtlichem Spaß dabei waren. Am Ende hätten einige der etwa Zehnjährigen auf den Plätzen vor uns wohl gerne gleich selbst mitgemacht. Vielleicht hat die Musikschule Rankweil-Vorderland, die etwa beim Wettbewerb „Prima la Musica“ jeweils mit vergleichsweise vielen Schülern antritt, die sich für den Bundeswettbewerb qualifizieren, ja noch Kapazitäten frei.

Am Ende erklang jedenfalls „Thank you for the Music“ von Abba, ein Song, der auch als Motto über der Produktionen steht, deren musikalischer Part von Jugendlichen und Lehrern gestaltet und etwa von Jeff Wohlgenannt, Fabian Utz oder Ingold Breuss schmissig arrangiert wurde. Letzterer hat neben Christine Breuss auch die Gesamtleitung einer Produktion inne, die bestens als Leistungsbeleg taugt.

Die Solisten herauszustreichen, wäre nicht fair, Schulproduktionen sollen den Mitwirkenden zudem deutlich machen, dass fast alles im Leben nur funktionieren kann, wenn auch die ihren Part abliefern, die man nicht gleich sieht. Nichtsdestotrotz steht außer Zweifel, dass an dieser Schule stimmliche Begabungen gefördert werden, dass man sehr viel Wert auf gute Artikulation legt, was dem Gesamtklang von englischen Songs wie auch deutschen Liedern zugute kommt, dass die Ausbildung in unterschiedlich aufgestellten Chören hörbar qualitätsvoll abläuft und dass auch in den Tanzklassen bzw. in Kooperation mit Tanzgruppen sehr gut gearbeitet wird. Auch eingefleischte Schulaufführungsfans sehen nicht oft derart feine Details, die zu einer beeindruckenden Kompaktheit führen.

„Mamma mia“, ob Abba-Sound, Shoop-Shoop-Song oder gar der „Fluch der Karibik“: Alles fetzt.
„Mamma mia“, ob Abba-Sound, Shoop-Shoop-Song oder gar der „Fluch der Karibik“: Alles fetzt.
Zu den Filmhits für Kinder zählt die Pippi-Langstrumpf-Melodie ebenso wie die Lieder von Heidi und der Biene Maja.  Fotos: VN/Hofmeister
Zu den Filmhits für Kinder zählt die Pippi-Langstrumpf-Melodie ebenso wie die Lieder von Heidi und der Biene Maja. Fotos: VN/Hofmeister

Nächste Schulaufführung am 24. März, 8.30 Uhr, öffentliche Aufführungen am 25., 19.30 Uhr und 26. März, 17.30 Uhr, im Vinomnasaal in Rankweil.