Reise, die sehr weit führt

24.03.2017 • 16:58 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Roman. Eine an ununterbrochener Lektüre sterbende Literaturagentin, ein unter den Rock der Mutter blinzelnder Schüler oder der Plan, Gott zu töten: Michael Stavaric hat mit „Gotland“ seinen bisher umfangreichsten Roman geschrieben, der seinen Vorgängern an Sprachmacht und furiosen Bildern in nichts nachsteht. Man muss sich einlassen auf diese Reise, die nicht nur auf eine Insel führt, sondern in die tiefsten Abgründe des Glaubens, den Stavaric nie despektierlich, aber höchst unterhaltsam
auf seine Daseinsberechtigung abklopft. Eingebettet in seine sprachlichen Höhen­flüge gerät „Gotland“ zu einem Abenteuer, das auch auf den Lyrikband „In an schwoazzn Kittl gwicklt“ sowie auf das Kinderbuch „Als der Elsternkönig

sein Weiß verlor“ verweist.

Michael Stavaric: „Gotland“, Luchterhand Verlag, 350 Seiten