Die Gründe, warum sich Kreisky verspätet

Kultur / 26.03.2017 • 21:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daniela Gaets und Bernd Sracnik in „Der Frauentourist“ von Monika Helfer. Alle Aufführungen waren so gut wie ausverkauft. Foto: VN/Hofmeister
Daniela Gaets und Bernd Sracnik in „Der Frauentourist“ von Monika Helfer. Alle Aufführungen waren so gut wie ausverkauft. Foto: VN/Hofmeister

Kosmos ändert sein Programm und kann beste Besucherzahlen bei Helfers „Frauentourist“ verkünden.

Bregenz. (VN-cd) Als Ur- und Erstaufführungsbühne ist das Theater Kosmos vor gut 20 Jahren an den Start gegangen und von ihrem enormen Aufwand bedingenden Vorhaben sind dessen Leiter Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig auch nicht abgerückt. Dass die Auswahl und die dramaturgische Arbeit mit großer Kenntnis und Sorgfalt vonstatten gehen, hat sich vielfach gezeigt. Der Österreicher Ferdinand Schmalz wird mittlerweile ebenso von großen deutschsprachigen Bühnen hofiert wie Ingrid Lausund, und die Aufführungen von Texten von Autorinnen und Autoren aus der Region haben dem Publikum vergnügliche, nachdenkliche oder aufrüttelnde Produktionen beschert.

Uraufführungen

In ihrem neuen Stück „Der Frauentourist“ widmet sich Monika Helfer der Partnersuche, wie sie zur Unterhaltung anderer kommerzialisiert wird und wie sie im Privaten Freud und Leid, Euphorie und Angst erzeugt. Die Premiere erfolgte im Februar, die Aufführungen waren alle so gut wie ausverkauft, konnte Jagg im Gespräch mit den VN bestätigen. Die Textfassung ist mittlerweile bei Helfers Verlag. „Der Frauentourist“ ist somit bestens gelandet, sozusagen etwas verspäten wird sich hingegen Bruno Kreisky. Das geht allerdings nicht zu Lasten des Vorarlberger Autors Wolfgang Mörth, der den Text fertiggestellt hat, die Kosmos-Verantwortlichen haben sich zu einer Änderung des Spielplanes entschieden. Das ist nichts Ungewöhnliches und sollte auch nicht an die große Glocke gehängt werden. Dennoch: „Die Ermordung Bruno Kreiskys“, eine mit viel Humor durchsetzte ernste Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Veränderungen wird erst im Oktober Premiere haben. Nachdem Ingrid Lausund ihr geplantes Stück „Trilliarden“ über lebensverlängernde Substanzen zurückgezogen hatte, spielt man nun im Mai „Münchhausen“ von Armin Petras. In der österreichischen Erstaufführung des derzeitigen Intendanten des Staatstheaters Stuttgart, der früher unter dem Namen Fritz Kater schrieb, wird das Künstler-Dasein höchst humorvoll abgehandelt.

Die Premiere des Stücks „Münchhausen“ von Armin Petras findet am 4. Mai statt.