Aus politischem Kalkül zugelassen

von Christa Dietrich
Conditiones und bedingtnussenWie und was gestallt die juden in dem gräflichen markht Embs, da sie sich haussheblich darinnen niderlassen würden, gehallten werden sollen.1. Erstlichen, sollen ihnen alle handtierungen, so den christen erlaubt, vergundt und zuegelassen sein, ess seie gleich mit tuech, sylbergeschirr, klaidern, khorn, wein, doch mit seiner beschaidenheit, wie im fünfften articul begriffen, und desgleichen,2. fürs ander, mögen sie auch gellt aussleichen, aber järlich in iro gg: graf: herrschafften und verwaltungen vom hundert guldin mehrers nit dann fünff guldin zu zinss nemmen.3. Zum dritten, sollen inen juden alle wuecher, so den christen verpotten, in irer gräfl: gg: graf: herrschafften und verwaltungen auch abgestrickht sein, sie sollen auch macht haben, offene Iäden zuehalten, auch zuekhauffen, wass inen zuegetragen würdet, ausserhalb schwaissigen khlaydern, nassen heutten und nassen tüchern, ungetröschtem khorn, kürchengüetern, kelch und was zue der mess gehört und allen andern was wissentlich gestohlen gueth ist.4. Viertens, dess aussschlags halber mit ross und vieh, sollen sie ebenmessig wie andere underthanen gehalten werden, doch dass sie in solchem fahl dagegen die gemaindstagwann wie andere gemaindssleuth, auch tragen und leiden, sollen sie zum wintern oder eigenthumbliche meder zu haben, nit obligiert sein. So mögen sie auch dagegen holz selbst hauen oder hauen lassen zu ihrer hausnotturft auch tach und gmach wie andere gemaindsleuth und sonst andere der gemaindt nuzbarkeiten nüssen.

Conditiones und
bedingtnussen

Wie und was gestallt die juden in dem gräflichen markht Embs, da sie sich haussheblich darinnen niderlassen würden, gehallten werden sollen.

1. Erstlichen, sollen ihnen alle handtierungen, so den christen erlaubt, vergundt und zuegelassen sein, ess seie gleich mit tuech, sylbergeschirr, klaidern, khorn, wein, doch mit seiner beschaidenheit, wie im fünfften articul begriffen, und desgleichen,

2. fürs ander, mögen sie auch gellt aussleichen, aber järlich in iro gg: graf: herrschafften und verwaltungen vom hundert guldin mehrers nit dann fünff guldin zu zinss nemmen.

3. Zum dritten, sollen inen juden alle wuecher, so den christen verpotten, in irer gräfl: gg: graf: herrschafften und verwaltungen auch abgestrickht sein, sie sollen auch macht haben, offene Iäden zuehalten, auch zuekhauffen, wass inen zuegetragen würdet, ausserhalb schwaissigen khlaydern, nassen heutten und nassen tüchern, ungetröschtem khorn, kürchengüetern, kelch und was zue der mess gehört und allen andern was wissentlich gestohlen gueth ist.

4. Viertens, dess aussschlags halber mit ross und vieh, sollen sie ebenmessig wie andere underthanen gehalten werden, doch dass sie in solchem fahl dagegen die gemaindstagwann wie andere gemaindssleuth, auch tragen und leiden, sollen sie zum wintern oder eigenthumbliche meder zu haben, nit obligiert sein. So mögen sie auch dagegen holz selbst hauen oder hauen lassen zu ihrer hausnotturft auch tach und gmach wie andere gemaindsleuth und sonst andere der gemaindt nuzbarkeiten nüssen.

Vor 400 Jahren wurde in Ems der erste Schutzbrief ausgestellt.

Hohenems. „Ich kann mir auch Juden leisten.“ Wenn Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museum, über Motive zur ersten Ansiedlung von Juden in Hohenems spricht, liefert er die Kommentierung mit. Es ist erforscht, dass Graf Caspar ökonomische Interessen verfolgte bzw. aus politischem Kalkül handelte, a

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