An der Grenze und mit humanistischer Tradition

03.04.2017 • 18:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bgm. Wilfried Berchtold mit Vize-Bgm. Barbara Schöbi-Fink (r.), Projektleiterin Monika Wagner und Bibliothekar Hans Gruber. Foto: Stadt
Bgm. Wilfried Berchtold mit Vize-Bgm. Barbara Schöbi-Fink (r.), Projektleiterin Monika Wagner und Bibliothekar Hans Gruber. Foto: Stadt

Feldkirch bereitet das 800-Jahr-Jubiläum als Fest mit partizipativem Charakter vor.

Feldkirch. (VN-cd) Wenn das Programm steht, also in einigen Monaten, wird man wissen, inwieweit Ideen aus der Bevölkerung Berücksichtigung finden. Bis 6. April läuft nämlich die Einreichfrist.

Vorab wollten Bürgermeister Wilfried Berchtold und Vizebürgermeisterin Barbara Schöbi-Fink gemeinsam mit der Projektleiterin Monika Wagner und dem Bibliothekar Hans Gruber über grundsätzliche Vorhaben zum 800-Jahr-Jubiläum von Feldkirch informieren. Im Zentrum steht nämlich eine Ausstellung im Palais Liechtenstein, die zwei Themen in den Mittelpunkt rückt. Zum einen war Feldkirch immer schon eine Grenzstadt auf dem Weg in den Süden oder während des Zweiten Weltkriegs bei der Flucht in den Westen, zum anderen wird die Stadt mit markanter historischer Bausubstanz mit Humanismus und Bildung in Verbindung gebracht, stammte doch etwa Georg Joachim Rheticus (1514-1574), ein maßgeblich Verantwortlicher bei der Verbreitung des kopernikanischen Weltsystems, aus Feldkirch. Das Datum selbst ist profaneren Ursprungs, in einer 1218 ausgefertigten Urkunde, mit der dokumentiert ist, dass Hugo I., Graf von Montfort, dem Johanniterorden eine Kirche und Äcker schenkte, ist von der „civitate sua Veltkilch“ die Rede.

Bauten und Kosten

Im Stadtbild sichtbar wird der Geburtstag nicht nur durch Lichtinstallationen, die mit einem Projekt der Künstlerin Sigrun Appelt in Gang gesetzt werden, die Sanierung des Palais Liechtenstein wird durch einen von den Marte.Marte-Architekten gestalteten Eingriff ergänzt. 1,56 Millionen Euro sind für die Maßnahmen veranschlagt, ob die Kubatur in der Folge verändert wird, sei noch Gegenstand von Verhandlungen. Für die Jubiläumsausstellung wurden 500.000 Euro budgetiert, 200.000 Euro will man für Projekte von Vereinen aufwenden, weitere 200.000 Euro stehen für die Leuchtturmprojekte zur Verfügung

Feldkirch ist eine von vier Vorarlberger Städten, die gemeinsam eine Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2024“ ausarbeiten. Das Jubiläum dürfe man als „Aufwärmphase“ sehen. Schätze, wie die rund 60 im Verborgenen verwahrten Inkunabeln, als „Humanistenbibliothek“ zugänglich zu machen, zählt zu den Zukunftsprojekten.

Partizipation ist wichtig, wir wollen dazu einladen, dass die Bevölkerung ihre Ideen einbringt.

Bgm. Wilfried Berchtold

Die zentrale Jubiläumsausstellung findet von März bis November 2018 im Palais Liechtenstein statt.