Gestrichelt und gedruckt

04.04.2017 • 16:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Günter Gruber stimmt die Qualität und er deckt den Vorarlberg-Aspekt im Programm von Markus Gell ab. Foto: A. Grabher
Bei Günter Gruber stimmt die Qualität und er deckt den Vorarlberg-
Aspekt im Programm von Markus Gell ab. Foto: A. Grabher

Im Museum für Druckgrafik zeigt der Bregenzer Künstler Günter Gruber eine Auswahl von Radierungen.

RANKWEIL. (ag) „Gedrucktes“ heißt es kurz und bündig auf der Einladung und meint doch ein Motto, das den Bregenzer Grafiker und Künstler Günter Gruber sein ganzes Leben lang begleitet. Mit einer Auswahl aus dem umfangreichen Radierwerk, vornehmlich Landschaften und Stillleben, ist Günter Gruber im Rankweiler Museum für Druckgrafik zu sehen.

Mit Günter Gruber präsentiert Markus Gell in seiner Werkstatt einen Künstler, der einerseits den Vorarlberg-Aspekt in seinem Programm abdeckt, und bei dem andererseits die Qualität stimmt. Denn der 1947 in Bregenz geborene, ebendort lebende und arbeitende Künstler hat in jungen Jahren eine Ausbildung zum Fotolithografen absolviert. Auf dieser soliden handwerklichen Basis aufbauend, entdeckte Günter Gruber später seine Liebe zur Kunst, vor allem auch über Kontakte zur Hamburger Kunstszene und den deutschen Zeichner, Illustrator und Autor Horst Janssen, der die Zeichnungen und Radierungen Grubers nachhaltig beeinflusst hat. Neben der Federzeichnung setzt sich Günter Gruber intensiv mit der Radierung auseinander, als eine grafische Technik mit langer Tradition, die ob ihrer Aufwendigkeit nur von vergleichsweise wenigen Künstlern, dafür aber von jenen beinahe exzessiv betrieben wird.

Akribisch, in Schwarz und Weiß

Fasziniert von Strukturen, von Licht und Schatten, die ins Schwarz-Weiß der Radierung übertragen werden, findet der Künstler seine Motive zumeist in der umgebenden Welt. Naturlandschaften, Sehenswürdigkeiten, die ineinander verschachtelten Häuser in der Altstadt: Neben freien Arbeiten entstehen immer wieder auch Auftragsarbeiten, Mappenwerke, in denen der Künstler das in der Natur Geschaute und Vorgefundene akribisch genau, fast mimetisch, umsetzt. Technisch perfekt, verkneift sich Günter Gruber hier zugunsten der Zuordenbarkeit seiner Sujets jenes Quäntchen künstlerischer Freiheit, das seine Stillleben in ihren ungewöhnlichen Zusammenstellungen und Kombinationen auszeichnet. Blätter wie der charmante Mix aus Vögeln und Sitzgelegenheiten, als der „Papagei auf Ledersessel“ oder „Rabe auf Sofa“, oder aber die „Zugelaufene Holz­ente“ oder die Hommage an die „Vergänglichkeit“ belegen die erzählerische Gabe des Künstlers, von der man sich mehr wünscht.

Die Ausstellung ist im Museum für Druckgrafik, Hartmanngasse 15a, in Rankweil, bis 22. April, Do und Fr, 18 bis 20 Uhr, Sa, 10 bis 12 Uhr zu sehen.