Mitreißendes Actiondrama

04.04.2017 • 17:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Justine (Brie Larson) versucht einen Waffendeal zwischen IRA-Schergen und hiesigen Waffenhändlern über die Bühne zu bringen.  Foto: Cinejoy
Justine (Brie Larson) versucht einen Waffendeal zwischen IRA-Schergen und hiesigen Waffenhändlern über die Bühne zu bringen. Foto: Cinejoy

Gibt es eigentlich das Genre „Schießereifilm“? Ben Wheatley hat einen gemacht.

Action. Der britische Regisseur Ben Wheatley mag Genrefilme – sie sind seine Spielwiese. Seit seinem Debüt „Down Terrace“ 2009 probierte sich der Autorenfilmer etwa durch die Genres Familiendrama und schwarze Komödie, Horror und Dystopie. Sein neuer Film „Free Fire“, bei dem Martin Scorsese Produzent war, spielt nun unter Gangstern im Boston des Jahres 1978.

Wheatley wollte wohl einmal eine abendfüllende Schießerei in einer Lagerhalle erzählen. Und zwar so, wie Schießereien wirklich ablaufen, mit Querschlägern und „friendly fire“. Ein viel zu schnelles Geschehen zwischen Zufall und Taktik, unterbrochen von quälenden Phasen des Lauerns, was der Gegner als Nächstes macht. Die Handlung ist simpel: Die Bostoner Geschäftsfrau Justine (Brie Larson) versucht einen Waffendeal zwischen IRA-Schergen und hiesigen Waffenhändlern über die Bühne zu bringen. Natürlich geht alles schief. Die Chemie und die Ware stimmen nicht. Dann erkennen zwei Anwesende (Jack Reynor und Sam Riley) einander als Gegner aus einer Kneipenschlägerei wieder. Kurze Zeit später liegen alle in Deckung und schießen wild aufeinander. Schüsse krachen, Projektile prallen an Metallteilen ab und fliegen um Ecken, Patronen klemmen in Pistolenläufen. Die gute Stunde, in der die Kugeln und die markigen Sprüche fliegen, ist lustig. Vor allem ist sie sehr eigen, anders als herkömmliche Filmschießereien. Während jene oft schon im Drehbuch nur mit Ach und Krach funktionieren, steckt hier viel Planung und Wille zum Realismus dahinter.

Die gründliche Vorbereitung sieht man „Free Fire“ an. Jede Einstellung sitzt, die Kamera löst das Geschehen taktisch in Aktion und Reaktion auf. Sie wechselt zwischen den Schützen, zeigt ihre Blicke und ihre Rufe nach dem Gegner, der irgendwo da draußen ist. Gleichzeitig wird das Geschehen nie übersichtlich.

Filminfos

» Regie: Ben Wheatley
» Hauptdarsteller: Enzo Cilenti, Sam Riley, Michael Smiley, Brie Larson, Cillian  Murphy

» läuft ab 6. April im Kino