Die Vorstandsriege in idealer Form ausgewechselt

05.04.2017 • 17:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Dass am Spielboden vieles sehr gut läuft, zeigt sich auch bei Verabschiedungen.

Christa Dietrich

Dornbirn. Was schenkt man einem Menschen, der seine Fähigkeiten neben der Ausübung eines anspruchsvollen Berufs über Jahre ehrenamtlich einer Kulturinitiative zur Verfügung stellte, die so ziemlich an der Spitze aller ähnlichen Einrichtungen im Land steht? Am in den frühen 1980er-Jahren gegründeten Dornbirner Spielboden war es von vornherein klar, dass ein solches Geschenk in erster Linie der Kunst dienen sollte. Somit beauftragte man mit Gerald Futscher einen der führenden und kreativsten Komponisten im Land mit Stücken, die einerseits sein qualitätsvolles Schaffen repräsentieren, andererseits aber auch die Charaktere der scheidenden Vorstandsmitglieder mteinbeziehen.

Der unter anderem für seine geschliffene Rhetorik bekannte Anwalt Ekkehard Bechtold oder der Wirtschaftsfachmann Werner Döring, der mittlerweile auch Geschäftsführer der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft ist, Cornelia Ellensohn und Helfried Hagen sind somit nicht nur im Besitz von Partiturblättern, die letzte Jahreshauptversammlung des Vereins Spielboden, der Gesellschafter der GmbH ist, beinhaltete unter anderem ein Konzert, das man auch dem großen Publikum öffnen hätte können, verdeutlichte es doch auch das Vorhaben der Institution, das anzubieten, was so innovativ wie nachhaltig ist.

Umdenken

Mit Ingrid Loacker interpretierte eine renommierte Geigerin die Stücke, und dass in einem Streichkonzert von Futscher die Saiten nicht nur mit Bogen oder Fingern zum Klingen gebracht werden, liegt für jene, die ihn kennen, auf der Hand. Mit Gartengeräten zu Werk zu gehen oder das Instrument zu versenken, erzeugt auch Musik. Da gilt es umzudenken und sich auf etwas einzulassen. Diese Faktoren zählen im Übrigen auch für den Programmmacher Peter Hörburger. Seit einigen Jahren als Geschäftsführer tätig, hört er sich dort um, wo neue Formen von Musik und Theater bis hin zum Zirkus kreiert werden. Bei der Suche nach dem, was dem Begriff „Roots“ (eben nicht „Ethno“) entspricht, kooperiert man unter anderem mit dem Wiener WUK und nimmt weniger Kontakte zu Agenturen als zu den Bands selbst auf. Repräsentiert wird die Richtung unter anderem durch den Bluesgitarristen Bassekou Kouyate, der am Donnerstag in Dornbirn gastiert.

Mehr Besucher

Dass sich das von Günter Marinelli kuratierte „Tanz ist“-Festival auf der Höhe der Zeit befindet, erwähnt Hörburger mit besonderer Freude. Die Besucherzahlen konnte man im Vorjahr auf weit über 40.000 steigern. Der Spielboden, der auch ein wichtiger Arbeitgeber ist, wird von der Stadt Dornbirn und vom Land Vorarlberg mit je rund 275.000 Euro unterstützt. Vom Bund kommen 130.000 Euro. Die vier neuen Vorstandsmitglieder sind Stefan Hauer, Beatrix Thurnher-Sohm und Christian Wichtl als Beiräte sowie Mirjam Steinbock als Stellvertreterin des weiterhin tätigen Obmanns Jürgen Thaler.

Die Richtung ist klar, wir halten beim Programm nach dem Ausschau, was es sonst nicht gibt.

Peter Hörburger
Geigerin Ingrid Loacker und der Komponist Gerald Futscher in Aktion.  Fotos: Spielboden
Geigerin Ingrid Loacker und der Komponist Gerald Futscher in Aktion. Fotos: Spielboden

Nächstes Konzert am Spielboden, das das neue Programmvorhaben repräsentiert: 6. April 2017 mit Bassekou Kouyate & Ngoni Ba.