„Wir Künstler gehören nicht in Schubladen“

Kultur / 11.04.2017 • 17:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Demnächst spielt Oliver Arno den Claude in einer großen Sommerproduktion des Musicals „Hair“ in Amstetten. Foto: Sengstschmid
Demnächst spielt Oliver Arno den Claude in einer großen Sommerproduktion des Musicals „Hair“ in Amstetten. Foto: Sengstschmid

Oliver Arno ist gerade als Musiker und Songwriter erfolgreich. Er ist auch Musicaldarsteller und Schauspieler.

Wien, Lochau. (VN) Im Opernhaus Dortmund absolvierte er kürzlich eine Aufführungsserie als Partner von Pia Douwes in „Sunset Boulevard“, einer Musicalproduktion mit der Musik von Andrew Lloyd Webber, die nach einer kurzen Pause in der Oper in Bonn wiederaufgenommen wird. In der Zwischenzeit wechselt der Vorarlberger Oliver Arno vom Ende der Stummfilmära, die Billy Wilder im gleichnamigen Film anhand des tragischen Schicksals eines Drehbuchautors in den Fängen einer exzentrischen Diva schildert, in die Hippie-Zeit. Der Festival-Sommer in Amstetten steht heuer im Zeichen von Frieden und Liebe bzw. des Musicals „Hair“ von Galt MacDermot, Oliver Arno übernimmt die Rolle des Claude. Die Premiere findet am 19. Juli statt, gespielt wird bis Mitte August.

Neue Single

„Wir Künstler gehören nicht in Schubladen“, lautet ein zentrales Statement des Lochauers (geb. 1980), der seinen Lebensmittelpunkt in den letzten Jahren mehr und mehr nach Wien verlagerte. Als Singer-Songwriter wird er nämlich ebenso gehört, eine neue Single mit deutschsprachigem Pop ist in Produktion und jüngst erreichte ihn die Meldung, dass er beim Amadeus Award unter die Top 30 gekommen ist. Für Oliver Arno ist das eine schöne Bestätigung. Er werde mehrgleisig weitermachen, erklärte er im Gespräch mit den VN. „Die Musik macht mir enormen Spaß, am Klavier zu sitzen und meine Lieder zu singen, das hätte ich vor einigen Jahren noch gar nicht gewagt“, gibt der Künstler offen zu, der als Schauspieler und Sänger deutschsprachige Bühnen eroberte und das Musical „Lotte“ nicht nur als einschneidendes, sondern auch prägendes Erlebnis erwähnt.

Marian Lux hatte aus Goethes „Leiden des jungen Werthers“ ein Musical mit Titel „Lotte“ geschaffen, das man an einem bedeutungsvollen Schauplatz, nämlich in einem Innenhof in Wetzlar aufführte, wo Oliver Arno als Werther überzeugen konnte. „Schauspielerisch war das eine extreme Herausforderung“, erinnert er sich. „Es galt, viele Nuancen und Facetten einer Persönlichkeit zu vermitteln, den Liebhaber, ein ausgekochtes Schlitzohr und den suizidgefährdeten Melancholiker.“ Der Vorarlberger hatte sich reingekniet und ist als ausgezeichneter Sänger an der Aufgabe gewachsen. Details darf er noch nicht verraten, aber ab Herbst wird er auch Musicalrollen in Wien übernehmen.