Zwischen Lovestory, Porträt und Landschaft

13.04.2017 • 17:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der litauische Maler Andrius Zakarauskas befasst sich mit den grundlegenden Themen. Foto: A. Grabher
Der litauische Maler Andrius Zakarauskas befasst sich mit den grundlegenden Themen. Foto: A. Grabher

Zu Gast in der Galerie Sechzig zeigt die Vereinigung Palais Liechtenstein den Maler Andrius Zakarauskas.

FELDKIRCH. (ag) Aufgrund der Umbauarbeiten im Stammhaus ist Kunst Palais Liechtenstein (KPL) für die nächsten zwei Jahre in die ehemalige Galerie Sechzig in Feldkirch übersiedelt. Die „neuen“ Räumlichkeiten im Haus von Gerold Hirn, der Vorstandsmitglied im Palais Liechtenstein war, und Sabine Hirn sind zwar kleiner, aber dennoch eine Herausforderung. Dafür bieten sie, im Gegensatz zur großen Fläche des Palais, die zumeist mit zwei bis drei Positionen und Gruppenausstellungen bespielt wurde, auch die Möglichkeit, andere Formate und vor allem Einzelausstellungen zu realisieren.

Klassisch und modern

Den Anfang macht mit dem 1982 geborenen, in Vilnius lebenden Maler Andrius Zakarauskas ein litauischer Künstler, der 2012 im Rahmen einer Gruppenausstellung bereits in Feldkirch zu sehen war. Für Markus Keel, Präsident von KPL, stellt Zakarauskas nicht nur einen der vielversprechendsten und international bekanntesten Künstler der jüngeren Generation in Litauen dar, sondern auch einen, der den Umbruch des Systems und den Sprung von der „alten Welt“ vor 1990 in die Gegenwart gut gemeistert hat. Mit Porträts und Naturdarstellungen, mit Fragen wie: Was bedeutet Malerei für mich? Was ist ein Bild? befasst sich Andrius Zakarauskas mit den grundlegenden Themen des Mediums. Zwischen dem in Acryl gemalten, aufgelösten Hintergrund, der für den Künstler eine Art abstrakten screen darstellt, und eine modernere Technik repräsentiert, und den in Ölfarbe „klassisch“ aufgemalten Porträts entspinnt sich ein Dialog, der im Lesen der Gemälde für Zakarauskas als Kommunikation einen wesentlichen Aspekt seiner Arbeiten ausmacht. „Perfect Touch“ oder „Perfekte Berührung“, wie der Maler seine jüngste Werkreihe betitelt, handelt vom Pinselstrich, aber auch vom Maler. Dieser bringt sich in Form einer häufig wiederkehrenden, jedoch fragmentarisch dargestellten Figur, erkennbar an Haltung und Kleidung, selbst in die Bilder mit ein. Dass einige der Werke seine Körpergröße als menschliches Maß und damit ein Gegenüber reflektieren, fördert das Zustandekommen eines Dialogs auch zwischen Werk und Betrachter.

In anderen, kleinformatigen Gemälden können es dagegen auch nur Köpfe oder Hände sein, die dargestellt werden oder eine simple „lovestory“, wie Andrius Zakarauskas meint. Wenn jedoch die Figuren am rechten bzw. linken Bildrand, separiert voneinander, auftauchen, dann stellt der Künstler die verschiedenen Welten und die Kluft zwischen Mann und Frau dar. Aggressive Gesten, wie eine Faust im Bild, lassen seine Malerei eindeutig männlich konnotiert erscheinen, die Farben Grün und Violett symbolisieren für Zakarauskas als Farben des Himmels und des Grases jene beiden Töne, die die litauische Palette ausmachen.

Und wie der Himmel das Gras berührt, so gelingt es dem Künstler, Traditionen und Elemente seines Landes mit seiner ganz persönlichen Handschrift, im Spiel zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Vorder- und Hintergrund, zusammenzubringen.

Die Ausstellung ist in der Galerie Sechzig, Ardetzenbergstraße 60, in Feldkirch, bis 5. Mai geöffnet, Do und Fr, 15 bis 18 Uhr