Und gar keine Scheu vor sperrigen Stücktiteln

14.04.2017 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Katharina Klein präsentierte ein neues Werk. Foto: Vn/RP
Katharina Klein präsentierte ein neues Werk. Foto: Vn/RP

Die junge Autorin Katharina Klein konnte einen Text im Theater Kosmos platzieren.

Christa Dietrich

Bregenz. „Warum die Hunde bellen // Da legen wir einfach die Süddeutsche drüber“ lautet der Titel des neuen Stückes der Vorarlberger Autorin Katharina Klein. Impresario Hubert Dragaschnig brauchte für die Ankündigung zwar einen Spickzettel, bei der Wahl des Inszenierungsteams hatte er allerdings sehr gut entschieden. Rebecca Selle und Mandy Hanke, beide an deutschen Theatern unterwegs, haben weder Scheu vor sperrigen Stücktiteln, noch vor einem Text, der stark von Selbstreflexion durchwachsen ist und somit für Darsteller und Regie eine besondere Herausforderung darstellt. Nach einer Stunde im Kosmodrom, der jungen Bühne des Theaters Kosmos, die längst nicht nur Experimentierfeld ist, ist man durchgerüttelt, hat eher düstere Gemütszustände verfolgt, wurde mit hinein, aber nicht hinuntergezogen.

Mit dem kurzen Rebellionsstück „Denn wir wissen nicht, was wir tun“ war Katharina Klein (geb. 1996) bereits vor eineinhalb Jahren im Kosmodrom vertreten. Ihre Protagonisten – hier ist es ein Paar – plagen mittlerweile arge Selbstzweifel und auch mit der Liebe will es nicht klappen. „Bei einem Countdown zählt man nie von Null hinunter, ich aber fange da erst an, nach unten tiefer in die Minusstellen . . .“

Was mit einer clownesken Szene beginnt, in der Katrin Jaehne mit viel Körpereinsatz das Publikum sofort im Griff hat, endet mit einem Klassikergag auf Luftballons. Hamlets „To be or not to be“ mag taugen, um Unentschlossenheit oder Ängste zu betonen. Vor allem taugt das, wenn Schauspieler – der zweite ist Philipp Scholz – scheinbar über einen Text hinwegfegen, ihn aber dennoch beherzigen. „Warum die Hunde bellen . . .“ wurde ein guter Dienst erwiesen, denn darübergelegt wurde etwa nicht das Ergebnis journalistischer Recherchewut, sondern ein kreativer Zugang, der aus anderen Mitteln schöpft und die Ratlosigkeit, die Klein mitunter thematisiert, mit Entscheidungslust konterkariert. Da darf einer Puppe dann auch die Luft ausgehen, denn die Banalität hat man längst abgewehrt, nicht aber den feinen Humor.

Katrin Jaehne in „Warum die Hunde bellen // Da legen wir einfach die Süddeutsche drüber“. Foto: Kosmos
Katrin Jaehne in „Warum die Hunde bellen // Da legen wir einfach die Süddeutsche drüber“. Foto: Kosmos

Nächste Aufführung am 15. April, 20.30 Uhr, im Kosmodrom des Theaters Kosmos in Bregenz.