„Wir haben uns gleich in diese Gegend verliebt“

19.04.2017 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Natalia Sagmeister und Alex Ladstätter und sind international auch als „Ensemble Pagon“ unterwegs.  Foto: Hannes Caspar
Natalia Sagmeister und Alex Ladstätter und sind international auch als „Ensemble Pagon“ unterwegs. Foto: Hannes Caspar

Vorarlberger Geschwisterpaar bringt klassische Musik direkt zu den Menschen.

Christa Dietrich

Krumbach. Natalia Sagmeister kennt man, seit sie als eine der ganz jungen Sonderbegabungen in Vorarlberg mit der Violine auf der Bühne stand. Leute mit gutem Gehör und entsprechendem Gespür erkannten rasch, dass da ein junges Mädchen – damals noch unter dem Namen Ladstätter unterwegs – das Zeug für eine Musikerinnenlaufbahn hat. Und so kam es auch. Nach bzw. neben den Auftritten, die sie schon als Kind und Jugendliche mit diversen Orchestern absolvierte, wurde ein Studium abgeschlossen. Während eines längeren Aufenthalts in Berlin, wo sie entscheidende Kontakte knüpfen konnte, war sie immer wieder in Vorarlberg zu Gast und lebt mittlerweile vor allem in Wien, wo sie unter anderem auch im Staatsopernorchester mitwirkte.

Mit dem Bruder Alex Ladstätter, dem allseits bekannten Klarinettisten, und der Pianistin Keiko Hattori wurde das „Ensemble Pagon“ gegründet, das sich einem breit gefächerten Repertoire widmet und gerne auch einmal neue Podien erschließt. Musikfreunde erinnern sich an Konzerte im abgelegenen Thal im Bregenzerwald oder im Vorarlberg Museum.

Auftritt mit Folgen

Ein Auftritt in Krumbach blieb sozusagen nicht ohne Folgen. „Wir haben uns gleich in diese Gegend verliebt“, gesteht Alex Ladstätter. Dafür, dass man der Intuition, einem wichtigen Aspekt im künstlerischen Schaffen, in der Tat folgen konnte, sind die beiden Musiker einem aufgeschlossenen Kreis von Entscheidungsträgern rund um Bürgermeister Arnold Hirschbühl sehr dankbar. Jedenfalls soll Krumbach ein wichtiger Ort in der Laufbahn von Natalia Sagmeister (geb. 1989) und Alex Ladstätter (geb. 1983) werden. Konzerte mit klassischer Musik finden in dem Ort, der international etwa durch die Realisierung von Busstationen nach Plänen namhafter Architekten aus aller Welt bekannt wurde, so gut wie nicht statt.

Den Begriff wollen die Geschwister sehr weit fassen und sie wollen die Musik hin zu den Menschen bringen. Es kommt also nicht von ungefähr, wenn das Auftaktkonzert einer Reihe, die am 11. August dieses Jahres gestartet wird, auf dem Areal der Kapelle Salgenreute stattfindet. Der Bau der Bernardo-Bader-Architekten darf als ein Beispiel qualitätsvoller Projekte gelten, die auch das Zentrum von Krumbach zu einem einzigartigen machen. Selbst als Durchreisender nimmt man in der Gegend ein inspirierendes Nebeneinander von traditioneller und zeitgemäßer Holzbauweise wahr. Es sei jedenfalls ein idealer Ort für die Umsetzung einer solchen Idee, meint Alex Ladstätter, der für den Start ein Strauß-Programm konzipiert hat, an dem neben seiner Schwester Musikerfreunde und Sänger mitwirken und bei dem es keine Barriere zwischen Interpreten und Zuhörern geben soll.

Neugierde schüren

Was die weiteren Konzerte am 12. August in der Pfarrkirche und im Gasthof betrifft, will man bis zur Durchführung gerne auch noch die Interessen der Krumbacher erkunden und Neugierde schüren. Was das Repertoire betrifft, sind Natalia und Alex bereits bestens gewappnet, abgesehen davon hätten sie keine Scheu, die Klassik etwa mit Tango zu verbinden. Leidenschaft und Freude, die sie verspüren, weiterzugeben, lautet ihr Konzept, das dann aufgeht, wenn es gelingt, etwas gemeinsam mit dem Publikum zu erleben.

Übrigens: Nicht nur Natalia Sagmeister spielt mittlerweile auch im Staatsopernorchester, Alex Ladstätter hat sich nach Engagements in Orchestern in Deutschland dazu entschieden, eine Zeitlang freischaffend zu agieren. Bei den Proben zur Neuinszenierung von Wagners „Parsifal“ in Wien saß er im Orchester, sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern hat er ebenfalls bereits absolviert und am vergangenen Wochenende wirkte er beim Symphonieorchester Vorarlberg unter Kirill Petrenko mit. Daneben wird viel Kammermusik gemacht und eine Orchesterstelle angestrebt, die ihm genügend Flexibilität lässt. „Klassik Krumbach“ soll es schließlich nicht nur einmal geben, sondern im besten Fall gleich jeden Sommer. Immer mit einem Konzert im Freien und ansonsten dort, wo die Menschen zusammenkommen.

Wir wollen Freude, die wir verspüren, weitergeben und gemeinsam mit dem Publikum erleben.

Alex Ladstätter

Die „Klassik-Krumbach-Reihe“ beginnt am 11. August mit einem Open-Air-Konzert vor der Kapelle Salgenreute.