Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Draußen, drinnen und im Netz

Kultur / 20.04.2017 • 20:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die KUB-Billboards sind in etwa so alt wie das Kunsthaus Bregenz selbst. Eine Freiluftgalerie an einem Ort zu installieren, der Passanten an sich gar nicht zugänglich ist, davon hätten einige gleich einmal abgeraten. Eingeklemmt zwischen der Bahntrasse und einer Durchzugsstraße haben sich die Betonwände rasch als Kunstort etabliert. Gelegentlich nur als Werbefläche verwendet, erwies sich die Nutzung in den letzten zwei Jahrzehnten nicht immer als sinnvoll. Und wenn sich die Arbeiten auch für jene Betrachter, die die Straße eigens abschritten, nur schwer oder gar nicht erschlossen haben, wurde es zudem schwierig.

 

Nichtsdestotrotz, gerade auch in Erinnerung an die Arbeiten der jüngst verstorbenen österreichischen Künstlerin Ingeborg Strobl, die das KUB einst präsentierte, tauchen Bilder auf, die den hohen Wert dieser Einrichtung bekräftigen. Mit Simon Fujiwara, dem britisch-japanischen Künstler, der die Billboards nun, wie man so schön sagt, bespielt, rückt die Galerie im besonderen Maß ins Blickfeld: als Werbeträger und als Plattform der Auseinandersetzung mit dem Bild in der Öffentlichkeit. Dass Direktor Thomas Trummer den Künstler, wie verlautbart, gleich auch für eine Ausstellung ins Kunsthaus eingeladen hat, ist nachvollziehbar, thematisiert er doch die Kunstpräsentation im öffentlichen wie jene im geschlossenen Raum und in den sozialen Medien gleichermaßen. Letzteres als Thema, das es im verstärkten Maß zu behandelt gilt.

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