Als erfände er die Musik neu

21.04.2017 • 20:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Pianist Aaron Pilsan. Foto: Voith
Der Vorarlberger Pianist Aaron Pilsan. Foto: Voith

Aaron Pilsan beim Klavierfestival junger Meister.

Friedrichshafen. (VN-chv) Erstmals hat das Abschlusskonzert des Klavierfestivals junger Meister in Friedrichshafen stattgefunden. Am Pult der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz stand ihr neuer Chefdirigent Ari Rasilainen.

Der besondere Reiz dieser Konzerte liegt nicht allein darin, dass Musikliebhaber hier an einem Abend gleich drei anspruchsvolle Solistenkonzerte mit jungen Talenten erleben dürfen, sondern dass man bei manchen den Werdegang verfolgen darf. Denn die jungen Pianisten, die im Rahmen des Festivals eines ihrer ersten Orchesterkonzerte spielen durften, kommen sehr gerne zurück. So war es diesmal eine besondere Freude, Shaun Choo (ZF-Musikpreis 2010) und Aaron Pilsan (ZF-Musikpreis 2014) wieder zu erleben.

Den Anfang machte der 18-jährige Chinese Xingyu Lu. Virtuos beherrschte er die stürmische Raserei in Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 16. Fesselnder war dagegen, wie viel künstlerische Reife und Persönlichkeit Shaun Choo und Aaron Pilsan danach ausstrahlten. Stimmungen und Emotionen prägten Camille Saint-Saens’ Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 22, das Shaun Choo in präziser Interaktion mit dem Orchester servierte. Mit Schumanns Klavierkonzert a-Moll op. 54 wurde von Pilsan keine technische Virtuosität vorgeführt, sondern mit jeder Faser Musik gelebt, die Poesie ebenso wie die Vitalität. Ein begnadetes Mitleben, als erfinde er erst im Spiel die Musik neu.

Das Abschlusskonzert wird heute,
22. April, um 20 Uhr im Konzil in Konstanz wiederholt.