Evolution und Revolution spiegeln sich hier gut wider

21.04.2017 • 21:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Thomas Soraperra ist kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee. FotoS: REuters, VN
Der Vorarlberger Thomas Soraperra ist kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee. FotoS: REuters, VN

Das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern rücken in diesem Jahr aus gutem Grund ins Blickfeld.

Schwarzach, Bern. (VN) Im Jahr 2014 hatten sich zahlreiche Museen in Österreich einem Thema gewidmet, nämlich den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen durch den Ersten Weltkrieg sowie den künstlerischen Arbeiten aus dieser Zeit. Bis zum Jahr 2018 werden diese Themen noch da und dort behandelt, was gelegentlich übersehen wird, ist, dass 1918 „nur“ in unseren Graden ein einschneidendes Datum darstellt, im Jahr 1917 erlebte Russland die Februar- und schließlich die Oktoberrevolution. 

Das Kunstmuseum in Bern greift das Thema nun aus Sicht der Veränderungen in der Kunst auf, die sich bis in die Gegenwart heraufziehen. Beinahe jeder kennt die Namen Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Alexander Rodtschenko. Sie gehörten zu denen, die die Ereignisse von 1917 miterlebten und zu Protagonisten einer Avantgarde wurden, die das ganze Leben durchdringen sollte und auch die Architektur miteinschloss. Sie fand in Russland selbst ein baldiges Ende, hatte aber auch die Kunst in Europa und den USA beeinflusst. Mit einer großen Anzahl von Arbeiten bereitet das Kunstmuseum in Bern nun bis 9. Juli das Thema auf. Die Wahl des Ortes kommt nicht von ungefähr, die Schweiz spielte in diesem Zusammenhang nicht nur als Exilland eine Rolle, russische Kunst kam dort relativ früh in die Sammlungen.

Vorarlberger Leiter

Mit der Zusammenlegung des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee ist in zwei großen Institutionen der Bundeshauptstadt eine Evolution erfolgt. Kaufmännischer Direktor ist der Vorarlberger Thomas Soraperra. Er war zuvor etwa am Kunstmuseum in Liechtenstein, für die Werbe- und Tourismus GmbH in Feldkirch und an der Kunsthalle in Wien tätig.

VN-Erlebnisfahrt am 1. Juni

Am 1. Juni veranstalten die VN eine Kunst- und Erlebnisfahrt nach Bern. Dabei wird die Ausstellung in beiden Häusern besucht und eine Führung absolviert. Für eingehende Auseinandersetzung mit der Sonderschau und den großartigen Sammlungen des Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee ist Zeit eingeplant. Thomas Soraperra zur Sonderschau: „Neben der Geschichte der abstrakten Kunst ist für mich besonders die Entwicklung des ,sozialistischen Realismus‘ interesssant. Man kann hier sehen, wie die Kunst für politische Propaganda missbraucht wird und wie die Künstler erste subversive Kritik am System in ihren Kunstwerken formulieren.“

Vladimir Dubossarsky, Alexander Vinogradov:
Vladimir Dubossarsky, Alexander Vinogradov: „What the Homeland Begins With“ aus dem Jahr 2006. Foto: Artits, Museum

Infos zur VN-Erlebnisfahrt am 1. Juni auf shop.vn.at/erlebnisreisen. Die großartige Sammlung mit Picasso, Hodler, Van Gogh etc. ist ebenso zu erkunden wie das historische Bern.