„Carmen“ sichert Programmvielfalt

25.04.2017 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Carmen“-Bühnenbildnerin Es Devlin hatte gestern trotz des Regens Grund, mit Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler zu feiern. Foto: VN/Steurer
„Carmen“-Bühnenbildnerin Es Devlin hatte gestern trotz des Regens Grund, mit Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler zu feiern. Foto: VN/Steurer

Bregenzer Festspielintendantin unterschrieb dennoch nur einen Vertrag bis zum Jahr 2022.

Christa Dietrich

Bregenz. Sie hat „Turandot“ auf den See gebracht, steht nun vor der Premiere einer „Carmen“, die so nachgefragt ist wie schon lange kein Seebühnenstück mehr und plant nach Verdis „Rigoletto“, der Oper, die 2019 erstmals in Bregenz ankert, ein weiteres Freiluftstück. Und dann? Von der üblichen Verlängerung der Verträge um fünf Jahre nimmt Elisabeth Sobotka Abstand. Ende 2014 ist die Wienerin als Intendantin der Bregenzer Festspiele dem Briten David Pountney nachgefolgt, im nächsten Jahr wäre der erste Vertrag abgelaufen, verlängert wurde er nun um nur weitere drei Jahre. „Das war ihr Wunsch“, erklärt Präsident Hans-Peter Metzler.

Der Vorarlberger Unternehmer, der selbst für fünf weitere Jahre an der Spitze des Präsidiums steht, bezeichnet diesen Vertragsabschluss, der, wie berichtet, schon länger ein Thema war, weil der Name der Bregenzer Festspiel­intendantin immer wieder im Zusammenhang mit der Besetzung der Leitung großer Opernhäuser auftauchte, als gut. Dass das Thema in spätestens drei Jahren wieder auf den Tisch kommt, weil dann eine Ausschreibung ansteht und die erfolgreich agierende Sobotka sich bewerben müsste, sei vorerst nicht hinderlich. Vielmehr freut sich Metzler über den sehr guten Vorverkauf. Rund 200.000 Karten sind aufgelegt, nicht nur „Carmen“ ist bestens gebucht, das Publikum zeige auch ein deutlich gestiegenes Interesse an der Produktion im Haus, wo Rossinis „Moses in Ägypten“ auf dem Programm steht.

Umfangreiches Angebot

Im Zuge der mittlerweile erfolgreich abgeschlossenen Subventionsverhandlungen mit dem Bund wurde auch mit dem notwendigen Erhalt der Programmvielfalt argumentiert. Diesbezüglich gibt Metzler im Gespräch mit den VN nun grünes Licht. Vor allem das Publikumsinteresse ermögliche den Festspielen heuer Planungssicherheit. Der Umfang des Angebots neben den Hauptproduktionen, nämlich dem einzigartigen Spiel auf dem See und der Operninszenierung im Haus, mit dem sich die Bregenzer Festspiele etabliert haben, sei zurzeit nicht gefährdet. Metzler konnte versichern, dass nicht nur das heuer wieder hinzugekommene Schauspiel weiterhin im Programm bleibt, auch eine weitere Uraufführung wird es geben. Mit „To the Lighthouse“ von Zesses Seglias wird seit dem Antritt von Elisabeth Sobotka in Bregenz an einem Werk gearbeitet, das heuer auf die Bühne kommt.

Weltweit führend

Weniger sichtbar, dafür umso besser hörbar, ist der Ausbau des Akustiksystems, das in den nächsten Jahren im Zentrum steht und im weltweiten Vergleich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Bregenzer Festspiele ist. In den Investitionskosten in der Höhe von sieben Millionen Euro sind auch Mittel für Einrichtungen enthalten, die über eine jeweils zwei Saisonen gespielte Produktion auf dem See andauern.

Apropos Seebühne: Die britische Künstlerin Es Devlin konnte gestern beim sogenannten Richtfest ihrer „Carmen“-Bühne bekräftigen, dass das auf einer entscheidenden Opernszene basierende überdimensionale Kartenspiel bei jedem Wetter seinen Reiz hat. Regisseur Kasper Holten lässt das riesige, sich auch durch Lichttechnik noch wandelnde Podium bis unter den Wasserspiegel bespielen.

Wir waren so gut wie noch nie so gut verkauft wie heuer. Das gibt uns vor allem Planungssicherheit.

Hans-Peter Metzler
„Carmen“-Bühnenbildnerin Es Devlin hatte gestern trotz des Regens Grund, mit Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler zu feiern. Foto: VN/Steurer
„Carmen“-Bühnenbildnerin Es Devlin hatte gestern trotz des Regens Grund, mit Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler zu feiern. Foto: VN/Steurer

Die Festspiele beginnen am 19. Juli mit der Premiere der Oper „Carmen“ auf dem See, am 20. Juli folgt „Moses in Ägypten“.