Mit einem Symphonien-Zyklus und aufregenden Stars

Kultur / 25.06.2017 • 21:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Khatia Buniatishvili wird im Herbst in Hohenems gleich drei Abende bestreiten. Foto: Schubertiade
Khatia Buniatishvili wird im Herbst in Hohenems gleich drei Abende bestreiten. Foto: Schubertiade

Das Programm der Schubertiade 2018 wird gegenüber heuer deutlich erweitert.

SCHWARZENBERG. (Ju) Nach der erfolgreichen ersten Sommersaison der Schubertiade (die VN berichteten) liegt auch schon das Detailprogramm für 2018 vor. So ist es seit Jahren Brauch bei Geschäftsführer Gerd Nachbauer, der bei seinem Festival auch nach vier Jahrzehnten kein Detail dem Zufall überlässt. Rein äußerlich wird diese 43. Schubertiade wieder auf die früher übliche Anzahl von ca. 80 Konzertterminen etwa je zur Hälfte in Hohen­ems und Schwarzenberg erweitert. Nach den beiden Jubiläumsjahren war das Angebot für heuer von bisher 90 auf 60 Veranstaltungen deutlich reduziert worden, vor allem in Hohenems. Auffällig dabei, dass 2018 der erste von vier Hohenems-Teilen nicht wie bisher im Mai, sondern bereits im März angesetzt wurde, durchwegs mit Instrumentalmusik. Dort findet nach weiteren Konzerten im Mai und Juli das Festival im Oktober auch seinen Abschluss. Zusätzlich wird die Nibelungenstadt erstmals auch mit einer „Markus-Sittikus-Reihe“ bedacht, die sich in sechs Einzelterminen von Mai bis September erstreckt und wo man neben den Philharmonia Schrammeln auch „Bergdoktor“ Hans Sigl als Rezitator findet, der heuer abgesagt hat, auch die beiden Local Heroes Kian Soltani, Violoncello, und Aaron Pilsan, Klavier, oder eine exotische Besetzung mit Mandoline und Akkordeon. In der Anzahl etwa gleich geblieben sind die großen Sommer- und Herbst-Ausgaben in Schwarzenberg, wo auch ein Meisterkurs für Liedgesang mit Bariton Thomas Hampson geplant ist.

Inhaltlich fällt ein großer Schwerpunkt ins Gewicht, die zyklische Aufführung aller Schubert-Symphonien inklusive vorhandener Fragmente in vier Konzerten von 2. bis 5. Mai in Hohenems durch das 1996 in Linz durch Michi Gaigg gegründete L’Orfeo Barockorchester, das unter dessen Leitung eine historisch informierte Aufführungspraxis pflegt und bereits beim Festival zu hören war. Der letzte Zyklus von Schubert-Symphonien datiert aus vier Konzerten von 2014 und 2015 mit Sir András Schiff und seiner „Cappella Andrea Barca“, die im März 2018 in Hohenems mit drei Bach-Klavierkonzerten erwartet werden.

Besondere Debüts

Bedeutende Gesangsstars wie Anja Harteros, Ian Bost­ridge, Elisabeth Kulman, Piotr Beczala, Christiane Karg, Christoph Prégardien oder der junge Mauro Peter sorgen wieder für vokalen Glanz, legendär bei diesem Festival ist der Aufmarsch der besten jungen und etablierten Streichquartette wie Apollon Musagète, Minetti, Mandelring, Jerusalem, Modigliani, Belcea, Artemis, Ebène oder Hagen.

Schon zum Standardrepertoire in der Besetzungsliste gehören auch so aufregende internationale Pianisten wie Kit Armstrong, Igor Levit, Marc-André Hamelin oder die aktuelle „Echo-Klassik“-Preisträgerin Khatia Buniatishvili, die im Herbst in Hohenems gleich drei Abende bestreiten wird. An besonderen Debüts sind nächstes Jahr der Hornist Felix Klieser, der trotz seiner extremen körperlichen Behinderung eine aufsehenerregende Karriere geschafft hat, oder der 30-jährige Salzburger Bariton Rafael Fingerlos, der Schuberts „Müllerin“ singen wird, zu erwarten.

Der nächste Teil der Schubertiade beginnt am 25. August und dauert bis 3. September.