Wenn Kunst Kino wird

07.02.2018 • 17:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Manifesto“ ist ab dem 8. Februar in den heimischen Kinos zu sehen.Filmladen
„Manifesto“ ist ab dem 8. Februar in den heimischen Kinos zu sehen.Filmladen

Dada Es ist schon ein recht gewagtes Filmexperiment – auch für Cate Blanchett: In „Manifesto“ schlüpft die zweifache Oscar-Preisträgerin in zwölf völlig unterschiedliche Rollen. Vom zausigen Obdachlosen über eine zugedröhnte Punkerin bis zur erzkonservativen Vorstadtmutter oder Lehrerin. Die Starschauspielerin rezitiert dabei aus rund 60 Kunstmanifesten vom Futurismus und Dadaismus vor rund 100 Jahren bis zu den Dogma-Regeln von Filmemacher Lars von Trier oder dem Independent-Filmer Jim Jarmush. Was sich so verkopft kunsthistorisch anhört und noch nicht einmal eine Handlung hat, verwebt der deutsche Filmkünstler Julian Rosefeldt zu einem faszinierenden lyrisch-melancholischen Leinwandabenteuer.

Ein Angriff auf alle Sinne

„Manifesto“ ist ursprünglich eine Videoinstallation, die in den vergangenen zwei Jahren durch Museen und Festivals tourte. Als Kunstinstallation liefen alle zwölf Manifest-Szenen simultan auf Leinwänden – ein Angriff auf alle Sinne. Als 90-Minuten-Film ist „Manifesto“ linear angelegt und dabei nicht minder eindrucksvoll, was auch an den malerischen Szenenbildern liegt, für die Kunstwerke verschiedener Epochen Vorbilder gewesen sein könnten. Die wandlungsfähige Blanchett holt mit ihren starken Auftritten die teils über 100 Jahre alten Streitschriften für die Kunst in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts.