Bregenzerwälder Handwerk ins Licht gerückt

11.02.2018 • 18:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In einer Ausstellung im Werkraum in Andelsbuch wird mit dem Medium „Licht“ gearbeitet.  Vn/Stiplovsek
In einer Ausstellung im Werkraum in Andelsbuch wird mit dem Medium „Licht“ gearbeitet.  Vn/Stiplovsek

Derzeit ist die Werkraumschau „Licht“ in Andelsbuch zu bestaunen.

Andelsbuch Hohe schwarze Decken mit markantem Raster, gespickt mit etlichen Scheinwerfern. Es herrscht eine angenehme, fast idyllische Atmosphäre. So präsentiert sich der Werkraum in Andelsbuch. Seit 21. Oktober 2017 findet dort die Werkraumschau statt, welche noch bis 26. Mai 2018 zu bewundern ist. Die zweite Ausstellung des Hauses arbeitet mit dem Medium „Licht“. Rund 30 Handwerksbetriebe haben hier ihre besten Stücke bereitgestellt, die durch eine geschickte Inszenierung „ins richtige Licht gerückt werden“. Für den Geschäftsführer und Leiter des Werkraums, Thomas Geisler, war es wichtig, „neue Akzente und Situationen für die Besucher zu schaffen“.

Perfekt für Lichtinszenierung

Das neue ganz spezielle Ausstellungsformat bietet für die Mitgliedsbetriebe des Werkraum Bregenzerwald einen Ort, an dem sie ihre Produkte zeigen können. Dieses löst Präsentationen in Schaufenstern ab.

Das von Peter Zumthor entworfene Gebäude wird zur Bühne und die handwerklichen Exponate der Betriebe zu den Akteuren der Werkraumschau. Aus diesem Grund ist das Haus für die Verwirklichung der Ausstellung der ideale Ort, wie Thomas Geisler weiß: „Das Haus bietet sich perfekt für diese Lichtinszenierung an.“

Die Glasfassade lässt den Ausstellungsraum mit Tageslicht durchfluten, wodurch sich die Schau im ständigen Wandel befindet. Formen, Farbgebung, Materialien, Strukturen und Oberflächen der Objekte kommunizieren mit dem sich ständig ändernden Lichteinfall: „Je dunkler, desto sichtbarer die Lichtinszenierung“, sagt Geisler. Deswegen betont er, sollte man die Schau durchaus mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten besuchen.

Verantwortlich für die Gestaltung der Werkraumschau „Licht“ ist das renommierte Atelier Gassner aus Schlins, das perfekt die vorgegebenen Bedingungen ausnützt. Damit gelingt es den Gestaltern, nicht nur mit den Ausstellungsstücken zu arbeiten, sondern auch die Architektur des Gebäudes für sich zu nutzen. Zusätzlich zum Tageslicht wird aber auch mit Bühnenscheinwerfern versucht, die Objekte im Raum lebendig werden zu lassen. Dadurch bildet sich auf dem Boden des Gebäudes ein grafisches Schattentheater. „Wir haben mit unterschiedlichen Lichtexperten, beispielsweise Georg Bechter, gearbeitet“, verrät Thomas Geisler.

Darüber hinaus sind die Besucher dazu eingeladen, ihre eigenen Wahrnehmungen zu testen. An mehreren Stationen werden verschiedene Versuche durchgeführt, bei denen man die Auswirkungen von Lichttemperatur, Leuchtkraft oder Lichtqualität an alltäglichen Gegenständen ausprobiert.

Gerade Jugendliche sammeln hier interessante Erfahrungen. Die Jugend ist für den Werkraum ein wichtiges Thema. Das Projekt Werkraumschule zum Beispiel zeigt, wie der Fokus auf die Generation von morgen gerichtet ist. Dort werden Lehre und Fachschule in einer fünfjährigen Ausbildung kombiniert. Gearbeitet wird mit verschiedensten Materialien.

Die Werkraumschule ist für Thomas Geisler für den Erhalt der Handwerksbetriebe im Bregenzerwald von großer Bedeutung: „Sie leistet fundamentale Arbeit für die Zukunft.“ Zudem findet im Dreijahresrhythmus der gestalterische Wettbewerb Handwerk+Form statt, bei dem viele Anregungen für Ausstellungen und Publikationen erhalten werden.

„Es ist wichtig, neue Akzente und Situationen für die Besucher zu schaffen.“

Werkraumschau „Licht“, in Andelsbuch. Geöffnet bis 26. Mai 2018.