Die Insel der Hunde

14.02.2018 • 19:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vierbeiner haben ihr Leben auf Trash Island satt und wollen dem japanischen Jungen Atari helfen, seinen Hund Spot zu finden. 20th C.f.
Die Vierbeiner haben ihr Leben auf Trash Island satt und wollen dem japanischen Jungen Atari helfen, seinen Hund Spot zu finden. 20th C.f.

Berlinale eröffnet mit Animationsfilm „Isle of Dogs“.

Berlin Bereits 2014 eröffnete Wes Anderson mit seinem Film „Grand Budapest Hotel“ die Berlinale. Anderson erhielt für sein Meisterwerk den Großen Preis der Jury. Heute wird dem Berlinale-Stammgast wieder die Ehre zuteil, den internationalen Wettbewerb mit „Isle of Dogs“ zu beginnen. Er schreibt damit zugleich Berlinale-Geschichte, da so erstmals ein Animationsfilm einleitend vorgeführt wird.

Im neuen Film erzählt der Texaner von dem zwölfjährigen japanischen Jungen Atari. Nach dem Ausbruch einer globalen Hundegrippe werden alle Hunde auf die Insel Trash Island verbannt. Atari sucht seinen verlorenen Hund Spot, trifft auf eine Gruppe von Vierbeinern und macht sich letztlich daran, die Zukunft seiner ganzen Präfektur zu retten. Für Festivalchef Dieter Kosslick ist „Isle of Dogs“ ein Anderson-Film, „wie ihn die Leute lieben“. Er verspricht auch eine besondere Themenvielfalt.

Für die Berlinale werden jährlich mehr als 300.000 Tickets verkauft. Das Filmspektakel gilt als eines der größten Publikumsfestivals der Welt. Insgesamt werden auf der 68. Berlinale 385 Filme zu sehen sein. Der Schwerpunkt liegt erneut bei Serien. „Isle of Dogs“ ist bereits der vierte Film von Wes Anderson, der für den Goldenen Bären nominiert ist. Der 48-Jährige wird voraussichtlich mit den bekannten Stimmen von „Isle of Dogs“ anreisen: Tilda Swinton, Greta Gerwig, Bill Murray, Jeff Goldblum und Bryan Cranston. In das Rennen um den Bären-Preis gehen dieses Jahr insgesamt 19 Filme, unter anderem auch die österreichische Koproduktion „3 Tage in Quiberon“. Oder Christian Petzolds „Transit“: Im Film des Deutschen werden die Geschichten von Exilsuchenden der NS-Zeit mit heutigen Flüchtlingsschicksalen verwoben. Der Preis wird am abschließenden Publikumstag, dem 24. Februar, verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine sechsköpfige Jury. Vorsitzender ist Tom Tykwer, Regisseur des Streifens „Lola rennt“.

Die heurige Berlinale wird von den Missbrauchsvorwürfen in der Filmbranche überschattet. Eine Onlinepetition, den roten Teppich aus Protest schwarz einzufärben, konnte sich auf dem Filmfestival nicht durchsetzen. Die #MeToo-Debatte dürfte somit bei den elf Festivaltagen steter Begleiter sein.