Berühmte Globus-Karte ist eine Fälschung

Kultur / 16.02.2018 • 19:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

München Die Geschichte liest sich wie ein Thriller des Da-Vinci-Code-Autors Dan Brown. Die Bayerische Staatsbibliothek erwirbt einen vermeintlich echten Schatz: ein Exemplar der historischen Waldseemüllerkarte, berühmt dafür, dass auf ihr erstmals der Name „America“ verwendet wird. Eingebunden ist sie in einen Druck aus 1486, der zahlreiche weitere Karten enthält. Jahre später taucht bei dem Auktionshaus Christie’s in London eine Fälschung der Karte auf – und so prüft auch die Staatsbibliothek ihr Exemplar. Da fliegt der Schwindel auf. Auch dieses Dokument ist eine Kopie, entstanden nicht 1507, sondern wohl vor 1960. Vermutlich sei die Fälschung das Werk eines „klugen Restaurators“, sagte der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa. Die Waldseemüllerkarte gilt als „Geburtsurkunde“ Amerikas, weil der neu entdeckte Kontinent dort erstmals unter der Bezeichnung „America“ auftaucht. Erstellt wurde sie von dem Freiburger Kartographen Martin Waldseemüller (1470–1522). Von der berühmten Weltkarte gibt es nur noch eine große Variante und mehrere Segmentkarten, die sich zu einem Globus falten lassen – eine davon hatte die Bayerische Staatsbibliothek in ihrem Besitz geglaubt. Sie hatte den Druck 1990 für zwei Millionen D-Mark erstanden.