Ein Herz, das für Country schlägt

Kultur / 16.02.2018 • 18:49 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Prinz Grizzley im VN-Interview über sein neues Album. Mayer
Prinz Grizzley im VN-Interview über sein neues Album. Mayer

Prinz Grizzley kehrt mit „Come On In“ zu seinen Wurzeln zurück.

Hard Der aus Egg stammende Musiker Christoph Comper – besser bekannt als Prinz Grizzley – hat für sein neues Album „Come On In“ ganz tief in der Country-Musik gegraben. Inspiration fand er nicht etwa in Amerika, sondern in seiner Heimat Vorarlberg. Seinen ganz eigenen Stil – eine Mischung aus Folk, Blues und Country – beschreibt Prinz Grizzley als „Americana out of the Mountains of Austria“. Im VN-Interview verrät er, was für ihn echte Country-Musik ausmacht und wie seine Leidenschaft dafür entstanden ist. Heute, Samstag, präsentiert er seine Songs gemeinsam mit den Beargaroos in der Kammgarn in Hard.

 

Sie sagten in einem Interview, dass Sie mit Ihrem neuen Album „Come On In“ zu Hause angekommen sind. Wie ist Ihre Liebe zur Country-Musik überhaupt entstanden?

Comper Meine erste heißgeliebte Musikkassette als Kind war eine „Best of“ der  Bellamy Brothers. Die beiden hatten einfach schöne Melodien. Außerdem begleitet mich die Musik von Creedence Clearwater Revival schon mein ganzes Leben lang. Richtig eingetaucht bin ich dann aber erst, als mir jemand ein Album von John Hiatt empfohlen hat.

 

Was macht Ihrer Meinung nach echte Country-Musik aus?

Comper Ich denke, das ist so wie mit dem Blues, der ja die Vorlage der Country-Musik ist. Man muss alles Verschönernde abkratzen und sich zum Wesentlichen, dem Rohen und dem Gefühl, das dem Song vorausgegangen ist, durchschlagen. Dann kann er berührend und „echt“ sein.

Sehen Sie sich manchmal mit der Kritik konfrontiert, dass ein Vorarlberger keinen authentischen Country machen kann?

Comper Es ist schon so, dass, wenn man in England oder Irland spielt, wo vielleicht auch Künstler aus den USA auftreten, man mindestens drei Mal so gut sein sollte, um ein wenig Anerkennung zu erhaschen. Ansonsten sehe ich das so wie John Fogerty von Creedence Clearwater Revival. Er hat auch mit Südstaatenakzent gesungen, obwohl er aus einer Gegend von San Francisco kam. Man kann sich nicht aussuchen, wo man geboren wird, aber man kann sich aussuchen, an welche Musik man sein Herz verliert. Und wenn man dann in die Musik Leidenschaft und seine eigenen Wurzeln legt, ist das für mich authentisch. Egal was der Pass sagt.

 

Wie beschreiben Sie Ihren Stil?

Comper Wirf Country, Folk, Blues und zeitlebens exzessives Musik- hören in allen Richtungen in einen Topf und schüttle es gut. Heraus kommt „Americana out of the Mountains of Austria“.

 

Sie spielen während Ihrer Tour auch ein Konzert in Texas. Haben Sie Respekt davor?

Comper Ich glaube, da ist für Respekt oder Angst keine Zeit. Brust raus und sich nicht verstellen.

 

Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Comper Vom Leben. Das beinhaltet alles, was man braucht, um Songs zu schreiben. Manchmal kommt die Inspiration durch eine Zeile, die ich lese, oder eine kleine Alltagsgeschichte, die ich irgendwo am Rande aufschnappe. Die meiste Inspiration beziehe ich aus dem Willen, etwas zu erschaffen, aus dem Ausüben der Kreativität. Songs schreiben besteht sehr viel aus learning by doing.

 

Sie haben schon in mehreren Formationen gespielt. Derzeit sind Sie mit den Beargaroos unterwegs. Wie ergänzt ihr euch gegenseitig?

Comper Mit den Beargaroos passt das wirklich gut, wir ergänzen uns menschlich und musikalisch. Das kann man nicht erzwingen. Umso glücklicher bin ich, diese Jungs auf der Bühne zu haben. Das wird auch in Zukunft hoffentlich so bleiben.

 

Was erwartet das Publikum bei eurem Konzert in Hard?

Comper Wer sich auf die Musik einlässt, wird eine schöne Reise durch die Tiefen und Höhen des Menschseins erleben. Und ja. Tanzen kann man dazu auch. VN-TAG

Prinz Grizzley and his Beargaroos: Samstag, 17. Februar, um 20.30 Uhr, Kammgarn Hard; 6. April, um 19 Uhr, Dynamo Festival in Dornbirn