Wachtmeister Schmiedles erster Fall

23.02.2018 • 17:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
FunkenfeuerMartin Mucha, Gmeiner Verlag, 250 Seiten

Funkenfeuer

Martin Mucha, Gmeiner Verlag, 250 Seiten

Der Frastanzer Autor Martin Mucha (42) schrieb seinen ersten Vorarlberg-Krimi „Funkenfeuer“.

Wien, Frastanz Der Funken ist dem Vorarlberger heilig. Für die Männer, die ihn aufbauen, steckt dahinter sogar eine eigene Wissenschaft. Jede Zunft hat ihre eigene Technik, um die Holztürme kunstvoll aufzuschichten. Denn, was man macht, macht man g’hörig. Doch es gibt auch die Schelme. Die, die die Dunkelheit nutzen, um in Neid und Missgunst, den ganzen Stolz eines jeden Dorfes zu schänden. Da sind Mord und Totschlag nicht mehr weit entfernt. Auch nicht in Martin Muchas erstem Vorarlberg-Krimi mit dem Titel „Funkenfeuer“, der eben im Gmeiner Verlag erschien.

Schmaler Grat

Hubert Schmiedle heißt sein Ermittler, und er ist die einzige frei erfundene Figur in der Geschichte. Alle anderen Charaktere entstanden aus dem Bekannten- und Freundeskreis, verrät der Autor. Natürlich im Einverständnis, wie der in Wien lebende Frastanzer betont. „Manche haben sich erkannt, andere gar über sich selbst geschmunzelt“, erzählt Mucha und gibt zu, dass es schwer ist, über seine eigene Heimat zu schreiben. Die Verbundenheit sei es, die den Weg mit Steinen pflastert. „Ein Augenzwinkern zu erreichen, ohne dabei verletzend zu werden, da bewegt man sich auf einem sehr schmalen Grat“, argumentiert der promovierte Philosoph.

Intriganz als Würze

Das tut er auch bei seinem Protagonisten, dem Dorfpolizisten einer Walgau-Gemeinde, dessen Eigenheiten die gängigen Klischees etwas strapazieren, dasselbe aber auch mit den Lachmuskeln tun.

Die Handlung spannt sich zwischen Ländle und Leute gewürzt mit einer g’hörigen Portion Intriganz der Dorfkaiser, die Hubert Schmiedle sein Wachmeisterleben nicht erleichtern. Immerhin muss er nicht nur den Funken schützen, sondern auch noch das Verschwinden der zuagrast‘n Volksschullehrer aufklären.

Nervenkitzel

Dass es vor allem die Klischees sind, die Martin Mucha den realen Vorbildern seiner Figuren abgeschaut hat, verleiht diesem Werk einen zusätzlichen Nervenkitzel.

Und wie heißt es doch so schön: Wer nicht über sich selbst lachen kann, der nimmt das Leben nicht ernst genug. In Vorarlberg würde man sagen: der lebt nit g’hörig. CRO