Mit Power aus Vorarlberg

16.03.2018 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katharina Ess möchte Vorarlberg vermehrt ins Festival einbinden.  hv
Katharina Ess möchte Vorarlberg vermehrt ins Festival einbinden.  hv

Bodenseefestival präsentierte Programm. An der Spitze hat Katharina Ess schon einige Zeichen gesetzt.

Friedrichshafen Sie ist jung, hat Charme und Power, stammt aus Feldkirch, lebt heute in Dornbirn und setzt sich fürs Ländle ein: Katharina Ess, seit Januar 2017 neben Urgestein Winfried Neumann gleichberechtigte Geschäftsführerin der Bodenseefestival GmbH. Bei der Vorstellung des Programms des Bodenseefestivals 2018 unter dem Motto „Russland – Vorwärts zu neuen Ufern“ ist deutlich geworden, dass Katharina Ess auch Vorarlberg wieder ins Boot geholt hat, dass die Stadt Bregenz wieder Gesellschafter wurde.

Die Vorarlbergerin hat an der Spitze des Bodenseefestivals schon einige Zeichen gesetzt. In St. Pölten hat Ess Medienmanagement studiert und an der Universität Hildesheim den Master in Kulturvermittlung gemacht. Schon während des Studiums war sie auch für die Bregenzer Festspiele tätig. Einige Jahre hat sie für die Kulturregion Stuttgart gearbeitet, zuletzt als kommissarische Geschäftsführerin. Als sie erfuhr, dass ihre Vorgängerin Bettina Pau als Geschäftsführerin zur Kulturregion Stuttgart wechseln würde, bewarb sie sich um die Position beim Bodenseefestival, denn sie wollte gern zurück in die Heimat und wieder mehr zur Musik.

Harmonische Zusammenarbeit

Sie freut sich über ihre neue Aufgabe und ist mit Power dabei, Vorarlberg ins Festival einzubinden. Ihre Kompetenzen haben die zwei Geschäftsführer nicht aufgeteilt, sondern sie arbeiten harmonisch zusammen. Er mit seinem Wissen von 30 Jahren, sie mit neuen Ideen. So hat es sich bereits bewährt, zwei „artists in residence“ einzuladen, letztes Jahr eine zusätzliche „young artist“, diesmal mit dem russischen Pianisten Dmitry Masleev einen klassischen und mit dem Komponisten, Kurator und DJ Gabriel Prokofiev, dem in London lebenden Enkel Sergei Prokofievs, einen Vertreter für neue Formate, auch mit elektronischer Musik. Beide sollen sich aktiv in die Region einbringen. Prokofiev hat sich bereits im Juni verschiedene Locations in Bregenz angeschaut und Kontakte zum „ensemble plus“ geknüpft: „Da soll im Rahmen des Festivals etwas Neues entstehen.“ So lädt Gabriel Prokofiev am 11. Mai zu Neuer Musik im Martinsturm, wo noch nie ein Konzert stattgefunden hat, und anschließend zum Clubbing im Magazin 4. Verstärkt wird auch die Zusammenarbeit mit dem Landeskonservatorium, wo es einen Meisterkurs mit Masleev und ein Abschlusskonzert der Meisterklasse im Montforthaus in Feldkirch geben wird.

Im Hinterkopf ist ein Netzwerk, das Vorarlberger Künstler in den Bodenseeraum holt. Zum Festival für den Bodenseeraum, das dazu verlocken will, andere Orte zu besuchen, machen es auch Veranstaltungen in der Schweiz, in Arbon, Münsterlingen, Kreuzlingen und St. Gallen, wie in Liechtenstein, wo das SWR Symphonieorchester mit artist in residence Dmitry Masleev in Vaduz gastiert. chv

Das komplette Programm des Bodenseefestivals unter www.bodenseefestival.de