Spannender Ausflug in die regionale Geschichte

Kultur / 30.03.2018 • 18:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Geheimnis von SalemBirgit RückertVerlag Gmeiner345 Seiten

Das Geheimnis von Salem

Birgit Rückert

Verlag Gmeiner

345 Seiten

Birgit Rückerts Krimi spielt im Zisterzienserkloster Salem.

Kriminalroman  Von Mord und anderen Schandtaten im Zisterzienserkloster Salem erzählt der Krimi „Das Geheimnis von Salem“, der Erstlingsroman von Birgit Rückert. Die promovierte Archäologin ist seit Jahren im Schloss Salem tätig, als Schlossverwalterin im Dienst der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg unterstehen ihr Schloss Salem, die Festung Hohentwiel, das Neue Schloss in Meersburg und das Fürstenhäusle der Droste.

„Das Buch war ein Spaß und nie zur Veröffentlichung gedacht“, sagt sie schmunzelnd. Immer neue Klostergeschichten habe sie in ihrer Freizeit geschrieben, die zum Roman wurden, der hineinführt ins ehemalige Zisterzienserkloster. Als sie das Manuskript ihrem Mann, selbst Archäologe, und ihren studierenden Töchtern vorlegte, kam von ihnen uneingeschränkte Zustimmung und Ermutigung. So bot sie den lokal verankerten Krimi dem Gmeiner Verlag in Messkirch an und schon nach einer Woche kam die Zusage.

Der Ursprung ihrer Geschichte war die in alten Chroniken des Klosters berichtete Mär vom Mönch, der durchs Spundloch des großen Fasses fällt und ertrinkt: „Aber ach! dem Rand entgleitend, stürzt er in des Fasses Meer“, heißt es bei Ignaz Hub im Badischen Sagenbuch, wo die immer weitererzählte Geschichte Eingang fand. Schon früh wurde die Wahrscheinlichkeit diskutiert: Ob da nicht einer nachgeholfen hat? Jedenfalls fällt ein Mönch ins Fass und wird in ungeweihter Erde verscharrt. Aber der Arme findet keine Ruhe, es spukt bis heute. Bruder Johannes, Leiter des Scriptoriums, soll rätselhafte Vorgänge und Todesfälle aufklären.

Ins 15. Jahrhundert verlegt

Rückert hat die Handlung um den Mönch und ein verschwundenes Reliquiar ins 15. Jahrhundert verlegt, eine Blütezeit des Klosters, als auch Kaiser Friedrich III. dort einen Besuch abstattete. Viele Personen, wie der damalige Abt Johannes I. Stantenat, dessen Mitra und Wappen den Umschlag zieren, sind historisch belegt, ein anderer Teil des Personals ist frei erfunden. Die Autorin hat das Umfeld sorgfältig recherchiert, so begegnet der Leser dem prallen Klosterleben – wenn eine Archäologin einen Roman fabuliert, ist keineswegs trockene Gelehrsamkeit zu erwarten. Zudem ist der Roman auch im Heute verortet, wo Grabungen manches ans Licht bringen. Der Leser erfährt viel über die klösterliche Kultur, auch dass damals noch keineswegs so große Klosterbibliotheken existierten, wie sie Umberto Eco beschreibt. HV