Es reimt sich nicht nur, es tanzt

Kultur / 18.04.2018 • 18:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Silvia Salzmann in „Muschln nuschln beim Kuschln“ im Rahmen des Festivals Bregenzer Frühling. VN/Paulitsch
Silvia Salzmann in „Muschln nuschln beim Kuschln“ im Rahmen des Festivals Bregenzer Frühling. VN/Paulitsch

Nun ist es da und erfreut beim Festival Bregenzer Frühling Jung und Alt: ein Kinderprojekt.

Christa Dietrich

Bregenz Wie man es nun wirklich schreibt und wie oft ein Buchstabe bzw. das E fehlt, ist völlig egal, „Muschln nuschln beim Kuschln“ reimt sich nicht nur, es tanzt. Was die unterschiedlich begabten und sprachgewandten Dichter zu schönen Versen oder Kalauern inspiriert hat, nämlich nuschelnde oder kuschelnde Muscheln, diente der bekannten Vorarlberger Tänzerin Silvia Salzmann und ihrer aus Oberösterreich stammenden Regisseurin und Choreografin Anna Spitzbart als Vorlage für eine Tanzperformance, die die Sinne der Zuschauer schärft und ihre Fantasie anregt.

Als besondere Herausforderung und nach Erfahrungen im Kindertheaterbereich haben sich die beiden Künstlerinnen eine Produktion für Menschen ab drei Jahren vorgenommen. Am Mittwochvormittag kam es nun im Rahmen des Festivals Bregenzer Frühling im Magazin 4 in Bregenz zu einer Premiere, die das Publikum sowohl als willkommene Programmausweitung als auch vom Inhalt her begrüßte. „Muschln nuschln beim Kuschln“ vereint Tanz, Musik, Theater, Film und Malerei, hat Poesie, Witz, Sogwirkung, ist intellektuell höchst anspruchsvoll, kann und darf aber auch einfach nur genossen werden; verbinden wir mit den Bildern, die Silvia Salzmann mit der Sprache des Körpers entwirft oder mit den Klängen und Farben, die Alexander Lainer und Remo Rauscher entfachen, doch durchwegs angenehme oder höchst spannende Erinnerungen und Gefühle.

Bereichernd

Anna Spitzbarts Regie sieht eine spielerische Interaktion vor, die die drei Akteure professionell einfühlsam sowie dosiert und somit erfolgreich umsetzen. Genauso wie klar wird, dass das zu Beginn eigenartig oder fremd wirkende Geräusch schließlich unser Ausdrucksspektrum und unsere Wahrnehmung bereichert und dazugehört, fließen die tänzerischen Bewegungen und der malerische Gestus auf der Projektionswand ineinander, und zwar nicht in verlogener Harmonie, sondern in jener Aufgerautheit und faszinierenden Vielfalt, die einer Erzählung Tiefe verleihen. Dass auf der Erkundungsreise auch geknurrt und geschnarcht werden kann, konfrontiert uns mit einer Tänzerin, die auch Clowneskes subtil zu vermitteln beherrscht, und macht dieses Muschelkuscheln zum Erlebnis, das fühlbar bei Jung und Alt stark nachwirkt.

Zum weiteren Kennzeichen eines guten Projekts zählt im Übrigen ein liebevoll gestaltetes Programmheft mit einigen Aufgaben, die die kleinen Zuschauer und ihre Familien noch eine Zeit lang beschäftigen dürften.

Weitere Aufführungen am 19. April, 10.30 Uhr und am 20. April, 10.30 und 16 Uhr im Magazin 4 in Bregenz, Bergmannstraße 6.