Klingender Anschluss an Europa

01.05.2018 • 17:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Egger Geigerin Irma Maria Troy mit dem dänischen Gitarristen Sebastian Bloch, Mitgliedern von „Messis Cellogruppe“ und Evelyn Fink-Mennel beim Festivalauftritt im Norden. Folkbaltica
Die Egger Geigerin Irma Maria Troy mit dem dänischen Gitarristen Sebastian Bloch, Mitgliedern von „Messis Cellogruppe“ und Evelyn Fink-Mennel beim Festivalauftritt im Norden. Folkbaltica

Evelyn Fink-Mennel gastierte mit Bregenzerwälder Musikern beim Folkbaltica-Festival.

Sonderburg, Schwarzenberg Das Streicherkollektiv „Messis Cellogruppe“ verdankt seinen Namen an sich einem reizvollen Hoppala. Als die Musiker aus dem Bregenzerwald bei einem Konzert in ihrer Heimat als Cello-Orchester angekündigt wurden, gab es auf der Bühne wie in den mit Kennern besetzten Publikumsreihen einiges zu schmunzeln. Dass man die großen wie die kleineren Streich-Instrumente beherrscht und dass damit vom dunklen Kontrabass bis zur hellen Geige jeder Klang vertreten ist, versteht sich von selbst. Das Cello bietet ja oft die Basis, den Groove, sozusagen den Ton aus dem Bauch heraus, den es braucht, damit alles rund klingt. Dass es rund läuft, steht für „Messis Cellogruppe“ mittlerweile außer Frage. Die jungen Musiker haben sich zuletzt mit ein paar von jenen Studenten zusammengetan, die Evelyn Fink-Mennel, ausgewiesene Geigen- und Volksmusikexpertin, am Konservatorium unterrichtet. Und weil es in der Tat so gut, so niveauvoll, originell, traditionell, aber auch innovativ klingt, was die Vorarlberger zu Gehör bringen, wurde „Messis Cellogruppe“ jüngst zum Folkbaltica-Festival eingeladen, das in der Grenzregion in Deutschland und Dänemark stattfindet.

Enormes Interesse

Gleich beim Eröffnungskonzert im dänischen Sonderburg wurde „Messis Cellogruppe“ Gelegenheit geboten, den individuellen Sound vorzustellen bevor man dann quasi mit dem großen Folkbaltica-Ensemble verschmolz, das unter dem Leiter Harald Haugaard Begeisterungsstürme hervorrief. „Es ist alles großartig verlaufen, das Publikum hat enormes Interesse gezeigt und ist spürbar mitgegangen“, berichtet Evelyn Fink-Mennel, die bei einem weiteren Konzert einen mit rund 500 Zuhörern voll besetzten Saal zum Jodeln brachte. An das „Alemanic Yodelling“ wird man sich noch länger erinnern.

Evelyn Fink-Mennel beschäftigt sich seit Jahren mit der überlieferten Geigenvolksmusik in der Region, hat sozusagen Schätze gehoben und kann belegen, dass es im Grunde ein umfangreiches Repertoire an Werken gibt, die zu einem großen Teil im 18. Jahrhundert geschaffen wurden.

„Wir können mithalten“

Was die Wissenschaftlerin und Musikerin besonders freut, ist die Tatsache, dass Vorarlberg diesbezüglich mithalten kann. Die Geigenmusik sei etwas, das die Menschen in Europa über die Landesgrenzen hinweg verbunden hat. Damit das so bleibt, damit die Werke gespielt werden und neue hinzukommen, dafür tut Evelyn Fink-Mennel einiges. „Messis Cellogruppe“ ist nur ein Ensemble von mehreren, neben der Ausbildung der Studenten am Konservatorium, fördert und fordert sie auch Musikschüler. Eine solche Gruppe kommt beispielweise regelmäßig in Lustenau zu Proben zusammen. Dabei werden die unterschiedlichen Spielweisen ebenso gepflegt wie das Spiel ohne Noten. Ein Stück nach Gehör nachzuspielen, das funktioniert und bereichert. VN-cd

„Das Repertoire an regionaler Geigenmusik eröffnet uns viele Möglichkeiten.“

Benefizkonzert mit „Messis Cellogruppe“, Evelyn Fink-Mennel, Martin Ortner, 8. Juli, 10.30 Uhr, Kapuzinerkloster Bregenz.