Eigene Geschichten erzählen

02.05.2018 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Schriftsteller Jürgen Thomas Ernst begleitete die Schüler der Polytechnischen Schule. kühn
Der Vorarlberger Schriftsteller Jürgen Thomas Ernst begleitete die Schüler der Polytechnischen Schule. kühn

Feldkircher Schüler haben Schulhausromane geschrieben.

feldkirch Sie heißen Lotte, Gurke, Sowisi und Lillibee und sind dicke Freunde. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise in ein absurd-komisches Feldkirch der Zukunft. Diese Geschichte wurde als Schulhausroman von Schülern der Klasse 2a der Mittelschule Feldkirch Oberau verfasst. Der Vorarlberger Autor Christian Futscher ist ihnen dabei hilfreich zur Seite gestanden.

Der Schulhausroman, den eine Klasse der Polytechnischen Schule verfasst hat, führt in eine märchenhafte Vergangenheit der Stadt Feldkirch. Hier hat der Schriftsteller  Jürgen Thomas Ernst unterstützend mitgewirkt.

Auf Ideenfang

Christian Futscher ist mit den Mittelschülern auf besondere Weise auf Ideenfang gegangen. Jedes Kind hat seine eigenen Figuren mit lustigen bis irrwitzigen Charaktereigenschaften geschaffen oder inhaltliche Ideen in den Roman eingebracht. Das Ergebnis ist die abenteuerliche Reise, in der Lotte, Gurke, Sowisi und Lillibee die Leser nach Feldkirch im Jahr 3001 mitnehmen.

Jürgen Thomas Ernst hat mit den Poly-Schülern aus dem Fachbereich Dienstleistung das Stadtbild Feldkirchs zu Fuß erlaufen. Inspiration für ihren Romanstoff holten sich die Jugendlichen in der alten Dogana und von dem bisher unbekannten geheimnisvollen Dachboden ihrer eigenen Schule.

Anstatt nur fertige Texte von Schriftstellern im Unterricht zu lesen, setzt das Projekt Schulhausroman darauf, Schüler ihre eigenen Geschichten erzählen zu lassen. Begleitet von erfahrenen Autoren bekommen die jungen Leute dadurch die Gelegenheit, das zu erzählen, was sie selbst interessiert.  

Initiiert wurde das Projekt Schulhausroman im Jahr 2005 von den Gründern des Jungen Literaturlabors Zürich, Gerda Wurzenberger und Richard Reich. In Zusammenarbeit mit den beiden Schweizer Autoren holte das Literaturhaus Niederösterreich den Schulhausroman nach Österreich.

Inzwischen wird der Schulhausroman in Schulen von Norddeutschland über Österreich bis in die Westschweiz und damit im ganzen deutschsprachigen Raum umgesetzt. Mit freundlicher Unterstützung von Feldkirch 800 und auf Initiative von literatur:vorarlberg netzwerk erhielten nun erstmals auch Schüler aus Vorarlberg die Möglichkeit, sich nicht nur in den Kanon der Schulhausromane, sondern in die Geschichte ihrer Stadt einzuschreiben.

Aus Skepsis wird Begeisterung

Die Feldkircher Schüler begegneten der Idee, einen Schulhausroman zu schreiben, anfangs mit Skepsis. Doch alle Befürchtungen schlugen umgehend in Begeisterung um, als die Kinder und Jugendlichen erfuhren, dass sie von Ernst und Futscher begleitet werden.

Der Schreibprozess dauerte mehrere Wochen. Heute eröffnen die Schüler mit einer Lesung ihrer Schulhausromane die Feldkircher Literaturtage im Theater am Saumarkt. Gerda Wurzenberger wird übrigens an der Podiumsdiskussion der Feldkircher Literaturtage teilnehmen. VN-HRJ

Lesung „Schulhausroman“, Donnerstag, 3. Mai 2018, 19 Uhr, Theater am Saumarkt, Eintritt frei. Eine Veranstaltung im Rahmen der Feldkircher Literaturtage.