Ein Musiker und die Frage nach den Kompromissen

02.05.2018 • 17:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Biografie Die Nazis im Pariser Konzertsaal wippen begeistert mit, schon bald hält es viele nicht mehr auf den Sitzen. Dem Swing und den Gitarrensoli von Django Reinhardt kann sich kaum jemand entziehen. Still saugt Reinhardt die Zuneigung der Menge auf und verschwindet hinter die Bühne.

„Django – Ein Leben für die Musik“ des Franzosen Etienne Comar ist das Drama des begnadeten Gitarristens und Bandleaders, der als Pionier des europäischen Jazz gilt. Dabei spielt „Django“ im besetzten Frankreich um 1943 und fragt nach der Haltung des Sinti-Musikers Reinhardt zu den Nazis, die ihn in Paris weitgehend unbehelligt ließen, während sie Sinti und Roma gnadenlos verfolgten und ermordeten. Mit anderen Worten: Darf ein Künstler Kompromisse mit dem Bösen eingehen, wenn seine Kunst dafür bestehen bleiben darf? Reinhardt (Reda Kateb) beantwortet die Frage in einem seiner ersten Gespräche mit seiner späteren Geliebten Louise gleich selbst: „Ich bin Musiker. Ich mach‘ Musik, das kann ich am besten. Wer meine Zuhörer sind, ist nicht mein Problem.“

Die stärksten Momente hat „Django“, wenn Reinhardt in die Saiten haut. Hauptdarsteller Kateb nahm eigens Gitarrenunterricht.

Django

Regie Etienne Comar

Darsteller Reda Kateb, Cécile de France, Bea Palya

Start 4. Mai Metro kino