„Es wird anders werden, aber sicher keine Totalkehrtwende geben“

15.05.2018 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Heike Kaufmann (42) wechselt vom Poolbar-Festival an den Spielboden und übernimmt die Geschäftsführung.

Dornbirn Sie möchte inhaltlich noch nicht allzu viel vorwegnehmen, weil das unfair gegenüber den Mitarbeitern am Spielboden wäre und das neue Programm zuerst im Team besprechen, erklärte Heike Kaufmann im Gespräch mit den VN. Die aus Wiener Neustadt stammende Soziologin, die dem Publikum in Vorarlberg vor allem als Mitverantwortliche für das Programm des Poolbar-Festivals in Feldkirch bekannt ist, wurde nun zur Nachfolgerin von Peter Hörburger am Dornbirner Spielboden ernannt. Dieser hatte die von einem Verein getragene Einrichtung vier Jahre lang als Geschäftsführer geleitet und verlässt Vorarlberg aus privaten Gründen.

Guter Ruf

Vereinsobmann Jürgen Thaler sprach gegenüber den VN von zahlreichen Bewerbungen aus dem In- und Ausland, die den guten Ruf des Kulturanbieters bestätigen, der im Jahr 1981 als Forum für Kultur und Jugend gegründet wurde und knapp 15 Jahre später von der alten Stadthalle ins Rhomberg-Areal übersiedelte. Dort waren unter anderem Willi Pramstaller, Ulrich Gabriel, Robert Renk, Andreas Haim und der genannte Peter Hörburger für das Programm verantwortlich. Bei der Suche nach einer neuen Geschäftsführerin bzw. einem Geschäftsführer konzentrierte man sich zuletzt auf eine Handvoll Kandidaten, unter denen sich, wie Jürgen Thaler verriet, drei „hervorragende Expertinnen“ befanden. „Nach einem intensiven Auswahlverfahren hat sich der Vorstand nun einstimmig für Heike Kaufmann entschieden. Für sie spricht nicht nur ihre erfolgreiche Poolbar-Erfahrung in allen auch für den Spielboden wichtigen Feldern, sondern vor allem auch, dass uns ihre Ideen und Konzepte für den Spielboden richtig überzeugt haben. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Spielboden-Zukunft mit ihr“, ließ er gestern in einer Aussendung wissen.

„Eine Totalkehrtwende wird es nicht geben“, hielt Heike Kaufmann gegenüber den VN erst einmal fest. Als Geschäftsführerin leitet sie mit einem Budget von rund 1,1 Millionen Euro einen Betrieb mit etwa zehn fix angestellten Mitarbeitern, der abgesehen von einer kurzen Sommerpause ein Ganzjahresprogramm anzubieten hat, und zwar in den Bereichen Musik, Film, Tanz, Theater und Literatur. Bei einer Zusammenarbeit mit dem „Tanz ist“-Festival von Günter Marinelli und dem Aktionstheater unter Martin Gruber wird es voraussichtlich bleiben.

Ein glücklicher Zufall

Die Poolbar verlässt Heike Kaufmann im Übrigen nicht, weil sie diese neue Aufgabe übernimmt. Nach 20-jähriger Tätigkeit in Feldkirch wie beim Ableger in Wien, stand für sie fest, dass man, „wie es heißt, aufhören soll, wenn es am schönsten ist“. In der Phase der Umorientierung, als die Entscheidung, die Poolbar aufzugeben, gefallen war, bot sich für die Soziologin, die sich die Kenntnisse im Kulturbereich über die Tätigkeit erwarb, die Bewerbung am Spielboden an. „Einen glücklichen Zufall“, nennt sie das Ergebnis des Bewerbungsverfahrens. Mit ihren zwei Kindern bleibe sie nun gerne in Vorarlberg. VN-cd

„Das nächste Spielboden-Programm möchte ich gerne im dortigen Team besprechen.“

Zur Person

Heike Kaufmann

Geboren 1976 in Wiener Neustadt

Ausbildung Studium Soziologie

Tätigkeit seit 1999 beim Poolbar-Festival verantwortlich für Konzeption, Booking, Kooperation und Personal

Weitere Tätigkeit Engagement bei SOS-Mitmensch, Mitglied in verschiedenen Jurys und Kommissionen

Familie in Partnerschaft lebend, zwei Kinder