Buchpreis ohne Österreicher

von Redaktion

Shortlist des deutschen Buchpreises bekannt gegeben. Arno Geiger ist nicht dabei.

Frankfurt am Main Der Deutsche Buchpreis 2018 wird an keinen Österreicher gehen. Der Vorarlberger Arno Geiger (50) befindet sich nicht unter den heute bekannt gegebenen sechs Finalisten.

Reisen durch Raum und Zeit: Das haben die Romane auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis gemeinsam. Alle sechs Autoren folgen nach Ansicht der Jury ganz unterschiedlichen Spuren in die Vergangenheit oder in mythische Schichten der Wirklichkeit. „Fabulierend, spekulierend, verspielt“, wie die Sprecherin des Kritikergremiums, Christine Lötscher, feststellt. Geschafft haben es ins Finale um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres die Autoren Maria Cecilia Barbetta, Maxim Biller, Nino Haratischwili, Inger-Maria Mahlke, Susanne Röckel und Stephan Thome. Es sind vier Frauen und zwei Männer. Ihre Erzählwelten umfassen den gesamten Globus: Argentinien, China, Tschetschenien, Russland oder Teneriffa.

„Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen“, umschreibt Jurysprecherin Lötscher in Anlehnung an ein berühmtes Zitat von William Faulkner das Leitthema beim diesjährigen Buchpreis. Keines der auf der Shortlist gelandeten Bücher liefere einfache Wahrheiten, so Lötscher. „Umso faszinierter lässt man sich als Leser auf vielstimmige Erzählkompositionen und auf die Sinnlichkeit einer anderen Zeit ein, die immer auf unsere verweist.“

Mit dem im Salzburger Verlag Jung und Jung erschienenen Roman „Der Vogelgott“ von Susanne Röckel ist noch ein österreichischer Verlag im Rennen. Der Preisträger erhält 25.000 Euro. Die fünf Finalisten erhalten jeweils 2500 Euro. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 8. Oktober statt. Vor vier Wochen hatte die Jury unter 199 Titeln eine Longlist von 20 Titeln erstellt. Im vergangenen Jahr gewann der österreichische Schriftsteller Robert Menasse mit seinem Roman „Die Hauptstadt“ die Auszeichnung.

Österreichischer Buchpreis

Arno Geiger, der 2005 als erster Autor den Deutschen Buchpreis gewann, darf sich jedoch Hoffnungen auf den Österreichischen Buchpreis machen, der am 5. November verliehen wird. Mit dem Roman „Unter der Drachenwand“ steht der Vorarlberger auf der Longlist. Geigers Werk erzählt von dem jungen Soldat Veit Kolbe, der 1944 nach Jahren an der Ostfront schwer verwundet nach Wien zurückkommt.

Shortlist Deutscher Buchpreis

María Cecilia Barbetta

„Nachtleuchten“, S. Fischer

Maxim Biller

„Sechs Koffer“, Kiepenheuer & Witsch

Nino Haratischwili

„Die Katze und der General“,

Frankfurter Verlagsanstalt

Inger-Maria Mahlke

„Archipel“, Rowohlt

Susanne Röckel

„Der Vogelgott“, Jung und Jung

Stephan Thome

„Gott der Barbaren“, Suhrkamp

Artikel 3 von 5