alpenarte-Festival: Mit Spaßfaktor und hoher Qualität

07.03.2019 • 19:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Flötistin Eva-Nina Kozmus ist Intendantin des Festivals, das vom 9. bis 12. Mai in Schwarzenberg stattfindet. alpenarte
Flötistin Eva-Nina Kozmus ist Intendantin des Festivals, das vom 9. bis 12. Mai in Schwarzenberg stattfindet. alpenarte

Das nächste alpenarte-Festival trägt die Handschrift einer Künstlerin.

Christa Dietrich

Schwarzenberg Zahlreiche Kinder und Jugendliche, die die Mittelschule Egg, die Volksschule Lauterach, die Volksschule Müselbach oder die Neue Mittelschule Alberschwende besuchen, wissen sogar noch etwas mehr über die Vorhaben von Sebastian Manz und Eva-Nina Kozmus als jene Personen, die bei der in bester Laune vorgetragenen Programmpräsentation anwesend waren. Das Mehr bezieht sich dabei auf das Temperament und die Spielweise des künstlerischen Leiters des alpenarte-Festivals im Bregenzerwald und der Intendantin in Residence im Frühjahr 2019. Zum Konzept der Reihe zählt es nämlich, dass die Künstler Kontakt mit den Schulen aufnehmen und die Musikworkshops auch persönlich mitgestalten.  Wenn die aus Slowenien stammende und mittlerweile in Frankreich lebende Flötistin Eva-Nina Kozmus (geb. 1994) davon spricht, dass das neue Programm sozusagen einer Mixtur ihres Charakters und jenes des deutschen Klarinettisten Sebastian Manz (geb. 1986) entspricht, darf man sich auf einiges freuen, um nicht zu sagen, auf einiges gefasst machen. Manz erwies sich bei bisherigen Musikvermittlungsveranstaltungen von alpenarte als Energiebündel und was die Öffnung des Repertoires betrifft, so ist er nahezu für alles zu haben, das Qualität hat: „Wir sind dazu da, Dinge auszuprobieren.“

Mit großer Begeisterung

Zu den Eckdaten der kommenden Festival-Reihe zählen neben den Konzertterminen zwischen dem 9. und dem 12. Mai im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg die Themenvorgaben mit „Frühlingsgefühle“, „Europa“, „Le chat noir“ und „Freakshow“. Die beiden letzten Begriffe lassen erkennen, dass Intendantin Eva-Nina Kozmus mit großer Begeisterung ein Programm mit einem spartenübergreifendem Inhalt und Kompositionen zusammengestellt hat, deren Entstehung vom 19. Jahrhundert mit Werken von Beethoven, Rossini, Grieg, Bruch, Ravel oder Lili Boulanger bis in die Gegenwart reicht. Kabarettistische Züge sind mit Joplin oder Jolivet ebenso berücksichtigt wie Überraschungen für die  Guillaume Connesson (geb. 1970) und Sam Perkin (geb. 1985) ebenso sorgen wie Sebastian Manz selbst, der als Komponist und Interpret auftritt.

Planung bis 2022

Das Gesamtbudget des Festivals wurde auf Anfrage der VN mit 60.000 bis 70.000 Euro beziffert, das Land Vorarlberg und die Gemeinde Schwarzenberg unterstützen das Unternehmen mit je 10.000 Euro. Dazu kommen Gelder von privaten Sponsoren und mittlerweile hat der Förderverein nahezu 100 Mitglieder. Als Geschäftsführer der alpenarte konnte der Unternehmer Hans Metzler versichern, dass das Publikum das Angebot immerhin so weit annimmt, dass man mittlerweile bereits die Jahre von 2020 bis 2022 plant. Sebastian Manz konnte feststellen, dass Publikum von auswärts längst auf das Angebot aufmerksam wurde: „Ich werde immer wieder irgendwo auf das Festival angesprochen, zuletzt im Rahmen eines Auftritts in Stuttgart“, meinte der Musiker. Was die Musikvermittlungsarbeit betrifft, so hat alpenarte-Gründer Drazen Domjanic in erster Linie die „ganzheitliche Ausbildung“ von Kindern und Jugendlichen im Blick, zu der die Musiker mit ihren Auftritten bei Workshops einiges beitragen. Wenn die jungen Leute dann in die Konzerte kommen, sei das natürlich besonders schön. Diesen Effekt kann Metzler bestätigen, der erfreut feststellen konnte, dass vor allem zum Sonntagstermin ganze Familien erscheinen. Kann sein, dass Kinder, die mit den Musikern in Kontakt kamen, die Entscheidung, eines der Konzerte zu besuchen, positiv beeinflussten.

Apropos Intendantin in Residence: Eva-Nina Kozmus  wird im kommenden Jahr auch bei den von Rolando Villazon geleiteten Salzburger Mozartwochen auftreten, sie spielt mit verschiedenen, namhaften Orchestern und ist Stipendiatin der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein, die das alpenarte-Festival ebenfalls unterstützt.

In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, dass es Drazen Domjanic besonders freut, dass insgesamt acht Stipendiaten der erwähnten Musikakademie heuer im Programm der Schubertiade aufscheinen.


Die Konzerte des alpenarte-Festivals finden vom 9. bis 11. Mai im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg statt. www.alpenarte.at