Ein Kammermusikduo mit großer Zukunft

Kultur / 15.03.2019 • 19:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Aaron Pilsan und die Rumänin Ioana Cristina Goicea brillierten bei ihrem Konzert in Langenargen. HV
Der Vorarlberger Aaron Pilsan und die Rumänin Ioana Cristina Goicea brillierten bei ihrem Konzert in Langenargen. HV

Aaron Pilsan und Ioana Cristina Goicea: Ein neues strahlendes Duo ist geboren.

Langenargen Mit dem ersten öffentlichen gemeinsamen Auftritt des Vorarlberger Pianisten Aaron Pilsan und der rumänischen Geigerin Ioana Cristina Goicea ist beim Saisonauftakt der Langenargener Schlosskonzerte wohl ein neues, eine große Zukunft verheißendes Kammermusikduo geboren worden. Schon seit drei Jahren verfolgte Peter Vogel, bei dessen internationalem Festival junger Meister beide sich ebenso begegnet sind wie an der Musikhochschule in Hannover, die Idee, diese Ausnahmekünstler zum Zusammenspiel zu vereinen, jetzt endlich ist es zustande gekommen. Das Warten hat sich gelohnt, denn umso reifer präsentieren sich jetzt der 24-Jährige und die 27-Jährige. Ihr Spiel hat den Initiator am Donnerstagabend ebenso elektrisiert wie die Zuhörer im vollen Saal im Schloss Langenargen.

Lieblich und warmherzig

Ein bezaubernder Auftakt war Beethovens Violinsonate Nr. 8 G-Dur op. 30/3. Wohl wenige Beethoven-Sonaten sind so lieblich, warmherzig und fröhlich, so unbeschwert und ausgelassen tänzerisch wie diese. Von Anfang an nahmen die Musiker gefangen, zeigten ihre Seelenverwandtschaft in einem Miteinander von kraftvoll energischem und sanft schmeichelndem, seelenvollem Spiel. Klangexplosionen standen neben feinsten Nuancierungen. Ein Schwelgen in Schönheit war der zweite Satz, ein fröhlich herausfordernder Wettstreit das sprühende Tanzfest des Schlusssatzes. Neue Farben brachte Maurice Ravels 1927 vollendete Violinsonate G-Dur, ein Spätwerk von leichter, luftiger Transparenz. Zusammen sangen die Instrumente im zweiten Satz den Blues, Ravels ganz eigenen „französischen Jazz“, ein unerbittliches, rasantes Perpetuum mobile stand am Ende, ein fieberhaftes Spiel, dem frenetischer Applaus folgte. Faszinierend war am Ende das hochromantische schwebende Klangbild in César Francks Violinsonate A-Dur, die mit gemeinsamem Atmen und Schwingen gefangen nahm, in subtilem Dialog geradezu paradiesisch anmutete. Welcher Einklang, welche Inspiration! Ihren gemeinsamen Wurzeln entsprechend, verabschiedeten sich die begeistert gefeierten Künstler mit sechs rumänischen Volkstänzen von Béla Bartók. CV