Trauer um Ex-Museumschef

Kultur / 15.03.2019 • 19:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
2002 leitete er die documenta 11 in Kassel, 2015 die 56. Biennale von Venedig. 
2002 leitete er die documenta 11 in Kassel, 2015 die 56. Biennale von Venedig. 

Ex-documenta-Leiter Okwui Enwezor 55-jährig verstorben.

München Okwui Enwezor hat seine Spuren hinterlassen am Haus der Kunst in München. Die Ausstellung der monumentalen und bunten Skulpturen des ghanaischen Bildhauers El Anatsui, die derzeit zu sehen ist, hat er als Kurator noch geplant. Sie ist nun sein Abschiedsgeschenk an München. Wenige Tage nach der Eröffnung ist der einstige Direktor des Hauses gestorben. Kurz nach seinem Abschied aus München im vergangenen Sommer hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Als der politisch engagierte, gebürtige Nigerianer 2011 als Nachfolger von Chris Dercon an die Spitze des Hauses kam, war er in der deutschen Kunstszene schon lange kein Unbekannter mehr. 2002 hatte er die documenta in Kassel geleitet, 2015 die 56. Biennale von Venedig. Enwezor warb für einen unverkrampften Umgang mit der historisch belasteten Institution, die von Adolf Hitler persönlich im Jahr 1937 als „Haus der deutschen Kunst“ eröffnet wurde und mit den Großen Deutschen Kunstausstellungen zum Symbol der Gleichschaltung der Kunst im Nationalsozialismus wurde. Für internationales Aufsehen sorgte seine Ausstellung „Postwar“, die die ersten 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg anhand von Kunstwerken darstellte.

Abschied aus München

Doch der Wind drehte sich. In München wurde zum Schluss zunehmend Kritik an seiner Arbeit laut. „Es gibt nie den idealen Zeitpunkt für einen Abschied, aber ich trete zu einem Zeitpunkt zurück, an dem das Haus der Kunst eine künstlerische Position der Stärke erreicht hat“, sagte er zum Abschied im vergangenen Jahr.