Theaterstück „Schatten“ erweist sich als beeindruckend erhellend

24.03.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"Schatten" wird im Alten Hallenbad in Feldkirch aufgeführt. Walktanztheater/Mosman
„Schatten“ wird im Alten Hallenbad in Feldkirch aufgeführt. Walktanztheater/Mosman

Walktanztheater aus Vorarlberg erarbeitete mit überregionalen Partnern ein starkes Projekt.

Christa Dietrich

Feldkirch Dramaturgen mögen ihre Intentionen in noch so schönen Sätzen zusammenfassen, letztlich entscheiden die Zuschauer, was bei ihnen ankommt. Vor allem dann, wenn sie mit einem Theaterstück ohne klar strukturierten Handlungsstrang konfrontiert sind, also mit Dialogen, Aktionen und Reaktionen, die in rascher Folge verschiedenen Personen zuzuordnen sind, ohne dass sich daraus ein eindeutiges Beziehungsgeflecht ergibt. Dieser Situation sah man sich im Alten Hallenbad in Feldkirch ausgesetzt, wo Brigitte Walk mit ihrem Walktanztheater und Partnern aus Südtirol, Tirol, der Schweiz und Deutschland die neue Produktion realisierte. Die Basis bildet der Text „Schatten“ der aus Südtirol stammenden Autorin Brigitte Knapp. Den Untertitel „interdisziplinäres Theaterprojekt“ darf man sich ruhig sparen. Dass Tanz, Musik, Schauspiel und bildende Kunst ineinander verzahnt werden, ist mittlerweile fast gang und gäbe. Wenn Walk draufsteht, wird das quasi erwartet, die Vorarlberger Theatermacherin ist längst eine fixe Größe in der Region, die seit jeher weit gefasst ist, insofern war es nur eine Frage der Zeit, dass sie mit Ensembles aus angrenzenden Ländern zusammenarbeitet. Dass sich dabei auch Aufführungen im Ausland ausgehen, ist ein erfreuliches Zeichen funktionierender Netzwerke.

Konzentrierte Arbeit

In „Schatten“ setzt sich Knapp mit Optimierungsmechanismen in unserer Gesellschaft auseinander, die in fast logischer Folge zu totaler Erschöpfung führen. Andere Auslöser der Krankheit werden leicht angedeutet, das Verhalten des Umfelds steht im Fokus. Was im Text dabei etwas zu plakativ erscheint, wird durch die Inszenierung von Katja Langenbach nicht einfach kaschiert, sondern, unterstützt von der Choreografie (Martina Marini) in vielschichtige Bilder übertragen. Gerade in dieser Hinsicht gewinnt das Projekt enorm an Stärke. Eine konzentrierte Arbeit, die Ausstatterin Caro Stark sensibel mit Lichteffekten unterstützt. Musiker Martin E. Greil übt sich ebenfalls in gewinnbringender Zurückhaltung. Mit den Schauspielern Martin Carnevali, Konrad Hochgruber, Luka Oberhammer, Brigitte Walk und den Tänzern Anastasia Kostner und Tobias Spori kann „Schatten“ beeindruckend erhellen.

Weitere Aufführungen am 23., 26. und 27. März, 20 Uhr, im Alten Hallenbad in Feldkirch. Später in St. Gallen, Innsbruck, Bruneck und Bozen: www.walktanztheater.com