Architektur im Zeichen der Zukunft

Kultur / 03.04.2019 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VAI-Direktorin und Vorjahres-Kommissärin Verena Konrad war Mitglied der Jury. VAI
VAI-Direktorin und Vorjahres-Kommissärin Verena Konrad war Mitglied der Jury. VAI

Architekturbiennale 2020: Die Österreicher widmen sich dem Plattform-Urbanismus.

wien, vendedig Auf der 17. Architekturbiennale 2020 in Venedig sind die Wissenschafter Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer für den österreichischen Pavillon verantwortlich. Die Direktoren des an der TU Wien angesiedelten „Centre for Global Architecture“ planen gemeinsam mit dem Team von „mostlikely“ die „Platform Austria“, die sich mit den Potenzialen der Zukunft und deren Architektur beschäftigt. Diese Entscheidung gab Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) am Mittwoch bekannt.

Dreh- und Angelpunkt des Konzepts ist der Begriff des „Platform Urbanism“, der sich den Auswirkungen der Ausbreitung bahnbrechender Technologien auf den Stadtraum widmet. Im Pavillon in den Giardini soll deshalb eine Plattform zur Reflexion und Debatte über die von Plattformen wie Facebook, AirBnB oder Uber geschaffenen gesellschaftlichen Veränderungen entstehen. Im Rahmen einer jeweils sechstägigen „Residency“ werden Experten über ihre Ansichten zu Zukunftspotenzialen in Architektur und Städtebau vor Ort bloggen. Dieser Teil der Ausstellung entsteht sozusagen live auf einer Internetplattform, auf der man auch jenseits der Giardini auf das so generierte Wissen zugreifen kann. Parallel dazu läuft im Pavillon eine „Instagram-ähnliche“ Projektion mit Bildbeiträgen aller eingeladenen Gesprächsgäste zum Diskussionsthema „We Like“, das auch als Schriftzug auf der Fassade prangen wird. An der Rückseite des Pavillons soll im Hof eine Verweil- und Begegnungszone entstehen, in den Ausstellungsräumen selbst werden weltweite Beispiele des Plattform-Urbanismus präsentiert.

Das Projekt des Duos ist aus dem erstmals durchgeführten Auswahlprozess hervorgegangen, in dessen Rahmen 39 Projekte eingereicht worden waren. Die Jury, bestehend aus der Vorjahres-Kommissärin Verena Konrad, dem Architekturjournalisten Matthias Boeckl, dem Architekten Ernst J. Fuchs sowie Andreas Ruby als Direktor des Architekturmuseums Basel, hatte sich nach der Erstellung einer Longlist von sechs Projekten schließlich auf drei Einreichungen konzentriert, die im Anschluss gemeinsam mit dem Kulturminister diskutiert wurden. „Platform Austria“ machte schließlich das Rennen. Das Budget von 450.000 Euro bleibt wie bisher.