Hohenemser Literaturpreis geht an Karosh Taha

Kultur / 04.04.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Karosh Taha wird am 22. Juni der Hohenemser Literaturpreis verliehen.  Havin Al-Sindy
Karosh Taha wird am 22. Juni der Hohenemser Literaturpreis verliehen. Havin Al-Sindy

Karosh Taha (geb. 1978 ) aus dem Irak hat den Preis für deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Muttersprache gewonnen.

Hohenems Der alle zwei Jahre verliehene „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Muttersprache“ soll der Historie der Stadt, die über die Jahrhunderte vom kulturellen Austausch gesprägt wurde, Rechnung tragen: Prämiert werden hervorragende Prosatexte, deren Verfasser ursprünglich nicht-deutscher Muttersprache sind. Die mit Sudabeh Mohafez, Vladimir Vertlib und Zafer Senocak fachkundig besetzte Jury hatte die Aufgabe, 111 ihr anonym vorliegende Wettbewerbseinsendungen zu sichten, zu bewerten und einen Siegertext und somit die Nachfolge von Selim Özdogan zu bestimmen, der diesen Preis 2017 erhielt.

Sieger-Manuskript: „Körpersprache“

Die Wahl fiel auf das Manuskript „Körpersprache“, ein Auszug aus einem Romanprojekt der jungen Autorin Karosh Taha. Taha, 1987 in der kurdischen Kleinstadt Zaxo im Irak geboren, lebt und arbeitet seit 1997 im Ruhrgebiet und hat Anglistik und Geschichte studiert. 2018 erschien im DuMont-Buchverlag ihr Debütroman „Beschreibung einer Krabbenwanderung“, welcher gleich bei der Literaturkritik wie auch beim Publikum große Erfolge feierte und mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde.

Die Jury zu ihrer Wahl: „In hochpoetischer und präziser Sprache zeichnet Karosh Taha ein Geflecht aus fragilen Beziehungen, Sehnsüchten und Einsamkeiten urbaner Milieus, die von zahlreichen Sprachen, vielfältigen kulturellen Eigenheiten und der Überlieferung längst in Frage gestellter Selbstgewissheiten geprägt sind. Ihr literarischer Blick richtet sich von innen auf das nur scheinbar alltägliche Geschehen zwischen den Geschlechtern, den kulturellen Bezügen und den Generationen. Er eröffnet unerwartete Perspektiven und kommt ganz ohne voyeuristische Klischees über Migration aus.“

Der Preis wird am 22. Juni im Salomon-Sulzer-Saal, der ehemaligen Synagoge von Hohenems, verliehen. Die Veranstaltung ist der Höhepunkt des traditionellen „Literarischen Wochenendes“, das mehrere Programmpunkte umfasst: So wird unter anderem die zweite Auflage des „Emser Slams“ stattfinden sowie eine gemeinsame Lesung der Jurymitglieder, die ihre eigenen aktuellen Werke vorstellen werden.