Karosh Taha erhält Hohenemser Literaturpreis

Kultur / 04.04.2019 • 21:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Karosh Taha stammt aus dem Irak und lebt im Ruhrgebiet. Havin Al-Sindy
Karosh Taha stammt aus dem Irak und lebt im Ruhrgebiet. Havin Al-Sindy

Hohenems Der mit 7000 Euro dotierte „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Muttersprache“ geht heuer an Karosh Taha. Die 1987 im Nordirak geborene Autorin überzeugte die Jury. Sie erhält die Auszeichnung am 22. Juni in Hohenems.

Der Preis wird seit 2009 jeweils im Abstand von zwei Jahren vergeben. Die Idee dazu stammt vom Schriftsteller Michael Köhlmeier. Die maximal zehnseitigen, deutschsprachigen Prosatexte sollen bei freier Themenwahl Fragen der Identität und das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen verarbeiten. Bisherige Träger des Preises sind Michael Stavaric und Agnieszka Piwowarska (2009), Eleonora Hummel (2011), Sasa Stanisic (2013), Que Du Luu (2015) und Selim Özdogan (2017).

Hochpoetisch

Die seit 1997 im Ruhrgebiet lebende Taha setzte sich mit ihrem Auszug aus einem Romanprojekt unter 111 eingereichten Texten durch. „In hochpoetischer und präziser Sprache zeichnet Karosh Taha ein Geflecht aus fragilen Beziehungen, Sehnsüchten und Einsamkeiten urbaner Milieus, die von zahlreichen Sprachen, vielfältigen kulturellen Eigenheiten und der Überlieferung längst in Frage gestellter Selbstgewissheiten geprägt sind“, lobte die Jury. Ihr literarischer Blick eröffne unerwartete Perspektiven und komme ohne voyeuristische Klischees über Migration aus.