Schwere Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Staatsoper

09.04.2019 • 19:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Missstände in der Akademie des Staatsopernballetts sind bekannt geworden. Apa
Missstände in der Akademie des Staatsopernballetts sind bekannt geworden. Apa

Wien „Im Grunde hätten wir diesen Laden sofort zusperren müssen“, erklärte ein Beamter der Kinder- und Jugendanwaltschaft im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen die Ballettakademie der Wiener Staatsoper. Kinder seien hier „Opfer autoritärer, gewalttätiger und gefährlicher Unterrichtsmethoden geworden“, wird eine Lehrerin vom Wochenmagazin „Falter“ zitiert. Das Spektrum der Vorhaltungen reicht von Demütigungen, Gewalt und Drill bis hin zu einem sexuellen Übergriff. Die notfallmedizinische Behandlung nach Unfällen sei mangelhaft, psychologische und ernährungswissenschaftliche Beratung für die Kinder entgegen internationaler Standards praktisch nicht vorhanden.

Ein Teil der Vorwürfe konzentriert sich auf eine gekündigte Lehrerin, die Schülerinnen unter anderem getreten, blutig gekratzt und an den Haaren gerissen haben soll.

Staatsanwaltschaft eingeschaltet

„Ich bin sehr betroffen, wenn ich all das höre“, stellt Staatsoperndirektor Dominique Meyer gegenüber dem „Falter“ klar: „Das wollen wir nicht, und das dulden wir nicht.“ Des Weiteren wirft ein ehemaliger Schüler einem einstigen Lehrer sexuelle Belästigung vor. Die Staatsoper hat gestern eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. „Jeglicher Missbrauch des im künstlerischen Bereichs besonderen Autoritätsverhältnisses zwischen Schülerinnen und Schülern und den Lehrenden muss konsequent und bedingungslos aufgeklärt werden“, so Christian Kircher, der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding.