Diesem Stück fliegen viele Herzen zu

Kultur / 13.04.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Silvia Salzmann mit ihrem Bühnenpartner Johny Ritter in "Über genug". mistura
Silvia Salzmann mit ihrem Bühnenpartner Johny Ritter in „Über genug“. mistura

Silvia Salzmann überzeugt erneut mit einem Tanzprojekt für Kinder.

Christa Dietrich

Bregenz Wer sich fragt, warum es so lange gedauert hat, bis im Rahmen des Festivals Bregenzer Frühling auch Künstlerinnen und Künstler aus Vorarlberg auftreten, dem sei erläutert, dass es seine Zeit braucht, bis sich eine Tanzszene so entwickelt, dass sie Protagonisten hervorbringt, die Vergleiche mit dem internationalen Geschehen nicht zu scheuen brauchen. Außerdem wird das Interesse für diesen Beruf im frühen Kindesalter geweckt, womit klar ist, dass an den Ausbildungsstätten entsprechende Arbeit zu leisten ist. Silvia Salzmann zählt zu den Tänzerinnen, die für diese Entwicklung stehen. Schön, dass sie ihre Karriere überhaupt so gestalten konnte, dass sich neben Auftritten im weiten Umkreis auch immer wieder die Präsenz in der Region ausgeht. Abgesehen vom Bregenzer Frühling zeigt sie ihre Projekte auf verschiedenen Bühnen in Vorarlberg, im Rahmen des Festivals ist sie zum zweiten Mal sozusagen für den Nachwuchs zuständig. Bei „Über genug“, aufgeführt im Magazin 4, fliegen ihr die Herzen zu, bestes Beispiel dafür war eine Aufführung am Freitag, wo wiederum nicht nur ein leuchtendes Herz am Podium pochte, sondern Kinder unterschiedlichen Alters und damit im Grunde auch mit unterschiedlichen Interessen, begeisternd aufmerksam dem Geschehen auf der Bühne folgten, das sich so einfach auch nicht erschließt.

Doch darin liegt auch die Qualität dieser Projekte, die Silvia Salzmann selbst choreografiert und mit Johny Ritter auf der Bühne und Sarah Mistura als Videokünstlerin subtil umsetzt. In „Über genug“ geht es, ähnlich wie im Vorgänger „More“, um den Überfluss. Getadelt wird nicht, das Begehren lässt die Muskeln spielen, das Bewegungsvokabular ist voller Witz, was gut tut und was schaden könnte, bekommt man so oder so mit, denn lässig, aber nicht zu lässig getanzt und gespielt und umweht vom Duft der Zuckerwatte soll der Genuss ein wichtiger Aspekt auf der Bühne und im Leben bleiben.